Juni 2018                      www.hermann-mensing.de      

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Fr 1.06.18 11:57 bewölkt, deutlich kühler, angenehm

Vögel singen, die Wolken sind hoch, es weht kaum ein Lüftchen. Gestern nachmittag hat ein Schauer zwei, drei Straßenzüge beregnet, die dann feuchtwarm und staubig rochen. Am Abend polterten in den Ecken meines Gesichtsfeldes Gewitter.

Ich sollte auf der Kutsche sitzen, aber gestern gab es Probleme. Einmal war da so eine kurze Drift nach rechts, dann ein durch Gegensteuern nicht zu beeinflussendes Schlingern, so dass ich um viertel vor drei Gäste, die zusteigen wollten, mit Hinweis auf technische Mängel auf ein anderes Mal vertröstete und meinen Chef informierte. Der riet, im Schritt zurück zur Garage fahren. Gegen Abend erfuhr ich, dass an der Lenkung etwas gebrochen sei. Also habe ich heute frei, was mir gefällt. Es hat zu regnen begonnen, und mir ist danach, zu erzählen, wie es mit Gibraltar weiterging.

Ich hatte es mir nach der Kutsche zu Hause gemütlich gemacht, ich hatte gegessen, ich hatte lange Klavier gespielt, über die Renaissance und den dreißigjährigen Krieg im Münsterland gelesen, und mich schließlich hatte auf den Weg gemacht. Es ging auf neun. Diesmal wäre ich nicht der erste, wie sonst so oft, weil ich, wenn es um 20 Uhr losgeht, um 20 Uhr da bin.

Gibraltar. Gievenbeck. Freiherr vom Stein Gymnasium. Hier findet das Tango Festival statt. Ein ins Auge fallendes Gebäude, kubisch in verschiedenen Grüntönen, als begänne der Frühling. Aber: nirgendwo Autos, keine Räder, keine Menschen. Ich fand nicht einmal die Aula. Das beunruhigte mich. Hatte ich mich denn im Datum vertan? An der Bushaltestelle saß eine junge Frau, Teenager noch, smartphone, Stöpsel im Ohr. Ich fragte sie, ob sie für mich online gehen könne und erklärte warum. Sie lächelte, sagte, sie habe kein Guthaben mehr, sie würde selbst gerade verrückt, weil sie nicht online sei. Aber sie wusste, wo der Eingang zur Aula ist. Ich fuhr hin. Er war verschlossen. Also war tatsächlich der falsche Tag? Ich fragte zwei andere Jugendliche, die auf den Bus warteten, aber auch sie konnten nicht online gehen. Also blieb nichts, als nach Hause zu fahren, um dort zu recherchieren. An der Bushaltestelle Diekmannstraße standen ein Mann, eine Frau und ein Kind. Der Mann starrte auf sein smartphone. Ich sagte Guten Tag, erklärte ihm, was mein Problem sei und fragte, ob er helfen könne. Er konnte. Zwei drei Clicks später wusste ich, dass das Tangofestival zwar in der Aula Stein Gymnasiums stattfände, aber nicht in der des neuen, sondern des alten. Ich bedankte mich. Eine Viertelstunde darauf war ich in der Aula. Und ich war nicht der erste.


Mo 4.06.18 13:25 sonnig, 24 Grad

Bügelpause.

22:49

Ich hätte viel zu erzählen. Von den Frauen, die mit mir tanzten, könnte ich reden, von E., der ich beibrachte, wie man den Hermann macht, worauf sie sich lachend bog und sagte, den würde sie nach Bielefeld exportieren, das hätte ich nun davon. Von dem Mann im geblümten Jacket, mit dem ich in den letzten anderthalb Jahren kaum mehr als ein Nicken gewechselt habe. Er saß zwei Tagen mit seiner Frau am Rande der Tanzfläche und schaute zu, wo sie doch sonst immer tanzten. Am dritten gehe ich zu ihnen, grüße und sage, dass es mich betrübe, sie so sitzen zu sehen. Da steht er auf, reckt mir seine rechte Hand entgegen und sagt seinen Namen. Ich sage meinen und er zeigt auf seinen linken, in einer orthopädischen Manschette steckenden linken Fuß. Ich könnte von der Tangohose aus Leinen erzählen, die mich überfiel, kaum, dass ich die Aula betreten hatte, so dass ich sie kaufen musste, oder davon, wie eine Frau in einem anthrazitfarbenen Pulli mit vom rechten Halsansatz bis zur Milz reichenden fingerlangen Streifen Strass neben mir sagt, der ist Indianer, und ich sage, wie, ein Indianer. Ich kenne den, der ist lieb, sagt sie, und so schöne Augen hat der, wie mein Enkel. Der Indianer macht beim Tanzen die Augen zu, sodass ich schon zweimal gedacht hatte, jetzt schiebt er die Dame rückwärts über unseren Tisch, landet auf ihr und wir müssen aufräumen. Viel ist passiert, aber ich bin faul, ich genieße das Wetter, es nimmt Stress aus dem Alltag, man geht raus und muss nichts, man bleibt drin und muss ebenfalls nichts, so ist das im Süden, denkt man. Außerdem haben Worte im Augenblick einen Hang zur Renitenz. Sie sagen, sie wollen nicht Anführer sein und im Schlepptau den Rest durch die Welt ziehen. Plötzlich sagt aber dann doch eines, den Hermann machen kann man auch mit "auf's Kreuz legen" ankündigen. Man führt die Dame zur offenen Seite, und biegt sie etwa 35 bis 40 Grad vorsichtig nach hinten . Vorher hat man natürlich gefragt, ob mit ihrem Kreuz alles okay sei. Die Tangopolizei verachtet derartiges, denn der Tangotänzer kündigt verbal gar nichts an, er "führt", und die Dame "fühlt das", er führt, sie fühlt, aber bilden Sie sich bloß nichts ein. Das alles ist völlig unverbindlich. Das hat mit Sex nichts zu tun, und wenn, gibt es sofort Probleme.


Di 5.06.18 22:03

Der Tag war ruhig. Ich saß vier Stunden auf der Kutsche und fuhr zwei Gäste vierzig Minuten herum. Die übrige Zeit stand ich am Platz, schaute mir Menschen an, oder drehte die kleine Runde, die ich drehe, damit die Kunden mich wahrnehmen. Ein Paar aus Nahost fiel mir ins Auge. Sie hatte sich vor den Säulen des Historischen Rathauses aufgestellt, das linke Bein ein wenig nach vorn, den linken Arm angewinkelt und den Daumen gereckt, er ein paar Meter entfernt mit dem Smartphone beim Kinderwagen. Beide Anfang dreißig, das Kind noch sehr klein. Kaum war das Foto gemacht, steckte er das Smartphone in die Jackentasche und ging ohne ein Wort oder eine Geste an ihr vorbei und davon. Sie lief zum Kinderwagen und eilte ihm damit nach. Er schaute nicht einmal zurück, so dass ich dachte, vielleicht gehören sie doch nicht zusammen. Ich fuhr ihnen nach und holte sie kurz vor Lamberti ein. Jetzt liefen sie nebeneinander.
Ein dicker Mann fiel mir auf, Ende fünfzig. Er trug eine rostrotes T-Shirt, eine kurze Baumwollhose mit aufgedruckten Herzchen, Stützstrümpfe, weiße Socken und Halbschuhe. Götz schob einen Kopfer über die Straße. Ich bot ihm an, ihn mitzunehmen, aber er hatte es nicht weit. Japanerinnen fallen mir fast immer wegen ihrer geschmackvollen Kleider auf. Ist ihre Stilsicherheit Folge der ästhetisierenden japanischen Kultur, in der Sandgärten geharkt, Tee zelebriert und der Fukji wieder und wieder gemalt werden muss, um vollkommen zu werden? Nichts Vollkommenes bei der Frau in einer rosa Steppweste, einer ebenso rosa Jeans, die in ihr Haar eingeflochtene Dreadlocks trug und bunte Chiffontücher um den Kopf, die in einem Zopf vor ihrer linken Gesichtshälfte baumelnd endeten. Mitte vierzig. Große Gruppe französischer Schulkinder stromern mit Stadtplänen herum und sind albern.


Ich zerstampfte eine daumendicke Ingwerknolle im Mörser und goss sie mit heißem Wasser auf, trank und legte mich hin. Ich schlief schlecht. Am Morgen recherchierte ich und fand, dass Ingwer Schlaf rauben kann. Ich kannte ihn nur als Ingwerstäbchen und als Gewürz, das ich seit einiger Zeit häufig verwende.


Mi 6.06.18 22:27

Fr. 8.06.18 00:01

Dieser Sommer wird sich in den Köpfen vieler Kinder als der Sommer niederschlagen, von dem sie in dreißig, vierzig Jahren sagen, als ich klein war, war ich kaum von der Schule zurück, da war ich auch schon im Freibad. Ich habe auch solche Erinnerungen. Heute nachmittag war ich Schwimmen. Es regnete dicke Tropfen. Ich fuhr in Badehose zu T., dem ich wöchentlich zweimal vorlese.

Am Abend waren wir im Theater. Wir sahen Bach Immortales, eine Choreographie von Henning Paar. Ich mag Bach nicht. Ständig wird ein Thema von allen Seiten begeigt. Auch was das Tanztheater anging, war ich nicht glücklich. Vielleicht lag es daran, dass ich den schwerkranken T., der im Rollstuhl sitzt, bei mir hatte und nicht entspannen konnte. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich nichts fühlte, denn bei aller Kunst geht es mir vornehmlich um das transportierte Gefühl. Mein Verstand soll außen vor bleiben. Mich soll es ergreifen. Wenn es das nicht oder nur selten tut, weiß ich nicht recht, wozu der Aufwand gut sein soll. Ich sehe zwar,
mit wieviel ästhetischem Gespür das Bühnenbild gestaltet ist, ich sehe, mit welcher Präzision sich die Tänzer bewegen, aber das reicht nicht. Das ist interessant, sagt T., aber interessant ist vieles, berührend nur weniges. Schlußendlich aber glaube ich, dass man es mir nie recht machen wird. Ich bin hineingeboren in eine Renitenz, die sich gegen alles stellt, was nicht von mir kommt. Nur ich bin mir gut, was wiederum dumm ist, denn es verhindert oft die kritische Nachfrage. Aber ich kann es nicht ändern. Ich weiß darum, aber ich kann es nicht ändern. Und ich will es auch nicht ändern, denn es geht mir gut damit. Komisch, oder?


Sa 9.06.18 17:16 sonnig, 30 Grad

Es ist warm. Selbst im Garten, liegend, mit Kaffee und Kuchen versorgt, war jeder Handgriff zu viel, und der, den man vielleicht akzeptiert hätte, wurde nicht in die Tat umgesetzt. Voila, meine Damen und Herren, da ist er, der Jahrhundertfrühsommer. Die Bevölkerung schmilzt, weil niemand mehr fckt, es ist zu anstrengend.

Wenn man aus der Hitze in einen auf 17 Grad heruntergekühlten Supermarkt kommt, wo der Mensch meist glücklich ist, weil er seiner eigentlichen Bestimmung nachgehen kann, trifft einen der Schlag doppelt. Über Stunden hat das System alle ihm zur Verfügung stehend Tricks angewendet, um nicht zu kollabieren, jetzt, plötzlich, ist alles ganz anders, rapider Temperaturabfall, man kann sich nur noch an eine Kühltheke retten, ein Getränk herausreißen und in langen Zügen leertrinken.

Danach ist man gewappnet für die letzten vier Kilometer, die allerdings auf mindestens zwei Kilometern zäh bergan führen. Nun aber ist es geschafft, man liegt auf dem Sofa und hofft, dass nichts mehr geschieht, es sei denn, jemand will mir in regelmäßigen Abständen Mojitos servieren, bis ich in Tiefschlaf falle.


Mo 11.06.18 11:35 frisch, aber sonnig

Die alten Damen haben viel zu erzählen. Wie sie als Kind an der Promenade rodelten, mit dem Rad über den zugefrorenen See fuhren, in welchem Hause Tante Else wohnte und wie sie den Kardinal von Gahlen gesehen hätten mit seinen roten Schuhen, diese roten Schuhe, Schühchen eher, sie hätten ja sonst nichts gewusst von diesem Mann, aber diese roten Schuhe, die hätten sie sehr beeindruckt, und wie glücklich sie sind, als wir hinterm Schoss halten und ein Lied für das Geburtstagskind anstimmen, während bedrohlich tief und grau ein zweimotoriges Flugzeug übers Schloss fliegt, als wolle es angreifen, eine Douglas DC, wohl für Rundflüge unterwegs.

Von allem wissen sie etwas, so dass ich so gut wie gar nicht spreche, denn wieso sollte ich intervenieren, wenn man sich hinter mir gut unterhält und glücklich ist, ich bin noch bis 15 Uhr für Touren gebucht, es geht Schlag auf Schlag, ich muss Zeiten einhalten, und bei einer versagt mir an der Kleimannstraße die Stimme. Zum Glück hat jemand Ingwerstäbchen dabei, die machen, dass es sich nicht mehr so trocken und rauh anfühlt im Hals.

Es gäbe so viel mehr zu erzählen, jetzt, wo ich mich in die Renaissance und den Westfälischen Frieden einlese, von dem ich zwar schon einiges, aber längst nicht alles weiß, und mir die politischen Hintergründe der Nachreformationszeit mit u.a. den Wiedertäufern immer deutlicher werden, so viel, Stunden könnte ich reden, aber ich habe nur vierzig Minuten für die große Tour, was ich schade finde.

Die Kutsche hat zweimal versagt, jedes Mal habe ich mich geärgert über die Nachlässigkeit, mit der sie gewartet werden, und nur billigstes Material verbaut ist, denn die peinlichen Erklärungen, wenn die Kutsche mal wieder stehenbleibt und ich eine Tour nicht fahren kann, weil die Batterien leer sind, bleiben an mir hängen.

Feierabend. Ich habe 50 Euro Trinkgeld erredet, bin euphorisch, und treffe ich die alten Männer im Schrebergarten. Wir machen akkustische Musik, wir trinken ein bisschen, aber nicht zuviel, es ist warm, schließlich will ich noch tanzen mit der besten Tänzerin, die mir bisher begegnet ist. Was ist ein Hedonist, fragt der Bassmann und wartet mit einer westfälischen Deutung auf: hej doet nix. Ich bin so einer. Die Literatur kann mich mal. Ich nehme, was in diesem Leben noch greifbar ist, denn morgen bin ich tot oder nicht.


20:21

die zukunft ist 2,20 lang
ist 100 breit und 150 tief
doch wenn sie eintrifft
ist man nicht mehr bang
weil man schon vorher sanft entschlief


21:54

Es ist halb neun, ich sitze auf dem Sofa. Peter Burke "Die europäische Renaissance" liegt auf der Rückenlehne, ich habe ein Gedicht gepostet und warte auf Likes. Neben dem Laptop liegt die Radwanderkarte Weser, ein Notizblock, mein Handy und das Telefon. Es klingelt. Anonym steht auf dem Display. Ich nehme an. Hermann Mensing? Jemand sagt etwas, aber ich verstehe nicht. Ich wiederhole meinen Namen und jetzt sagt jemand: Kriminalpolizei, Herr Mensing? Hermann Mensing, ja. sage ich. Kriminalpolizei, Herr Mensing...

Ich habe ein dummes Gefühl. Das ist ein Fake, denke ich, da will mich jemand über den Tisch ziehen. Wissen Sie was, rutschen Sie mir den Buckel runter, sage ich, höre den Anrufer empört noch etwas sagen, lege auf, rufe die Polizei an und berichte von dem Betrugsversuch. Das hätten sie oft, sagt der Beamte, und im Verlauf unseres Gespräches erfahre ich, dass tatsächlich Anonym im Display steht, wenn die Polizei anruft. Sie werden nun noch ein Dokument unterzeichnen müssen, sagt der Polizist, eine Bestätigung ihrer Meldung, wir werden Ihnen das zuschicken. Okay, sage ich, danke, und lege auf. Kurz darauf habe ich heftiges Herzklopfen. Jetzt ist mir besser, aber empört bin ich immer noch.


Di 12.06.18 9:34

Es ist kühl. Ich könnte mich bewegen. Vielleicht steige ich aufs Rad und fahre in die Baumberge.

23:05

Ich grüße die Blumenfrau. Ich schaue, ob der Kollege schon da ist. Ich gehe zu Oxfam und finde Schuhe. Für den Anzug aus Schurwolle und Seide kann ich mich nicht entscheiden. Die Hose hätte ich genommen, aber sie ist zu klein. Die beiden Jacketts waren okay, mehr nicht. Seit ich bei Oxfam kaufe, bin ich Jackett- und Markengeil. Wenn sie mir gefallen und Boss drin steht, Lagerfeld (Muttersöhnchen) oder Joop (Botoxwölfi), wenn es Kashmir oder Schurwolle mit Seide ist, schlage ich zu.

Ich lese jemandem vor, der einen schweren Schlaganfall hatte. Ich mag ihn sehr, aber ich mag nicht mehr zusehen, wie er in seinem Rollstuhl hängt, während ständig wechselnde polnische Hilfskräfte um ihn herum sind, die ihn nicht lieben. Statt ihm also weiter über Wochen einen Roman vorzulesen, holte ich heute Kurzgeschichten aus der Stadtbücherei. Augenblicklich lese ich aber gar nicht vor. Ich drücke mich. Vor Stadtbüchereicafé las ich Schnurre und Kaschnitz und trank Cappuccino, der von einer sehr freundlichen Frau serviert wurde. Freundliche Menschen stecken an. Mürrische soll man weiträumig umgehen. Humorlose in den See treiben. Ende. Ich gucke jetzt weiter Film. Meine Aufmerksamkeitsspanne reicht nicht mehr für lange Texte, die niemanden interessieren. Warum auch, in dieser Prachtwelt.


Fr 15.06.18 22:42

version 1

zeit für ein gedicht
bei dem den herrschenden
blut aus den ohren tropft
die schädeldecke platzt
zeit für ein blutbad
in den palästen den sozialwohnungen
überall wo dummheit herrscht
hier bei herrn m. und dort
überall soll es krachen
überall soll blut sein
blut blut blut
jawoll ja
für einen freitagaben nicht schlecht
auf den tanzflächen
auf den tischen in den kirchen
und dann wenn man's wegwischt
ist alles nur kirschsaft und kunstblut
und die herrschenden trinken weiter
und in den sozialwohnung wird weiter fernsehn geguckt
und überall dieser kirschsaft
jawoll ja für einen freitagabend
wo kommt bloß der ganze kirschsaft her
und die herrschenden wer hat die gerettet
und wer rettet die in den sozialwohnungen
rettet überhaupt einer irgendwen
oder ist die show so groß dass sie niemand mehr stoppen kann

version 2

herrschenden
tropft blut aus den ohren
schädeldecken platzen
zeit für ein blutbad
in palästen
unf sozialwohnungen
überall
wo dummheit herrscht
hier bei herrn m.
und dort
überall soll blut sein
blut blut blut
jawoll ja
auf den tanzflächen
auf den tischen
in kirchen
am nord und am südpol
wenn man's wegwischt
ist alles kirschsaft und kunstblut
und die herrschenden trinken weiter
und in den sozialwohnung wird fern gesehn
wo kommt bloß der ganze kirschsaft her
und die herrschenden
wer hat die gerettet
und wer rettet die andern
rettet überhaupt einer irgendwen
oder ist die show schon so groß
dass sie niemand mehr stoppen kann


Sa 16.06.18 15:31 bewölkt, um die 20 Grad


version 3

aus den ohren tropft blut
schädeldecken platzen
in palästen
und sozialwohnungen
überall
wo dummheit herrscht
ist blut
auf tanzflächen
tischen
in kirchen
am nord und am südpol
wenn man's wegwischt
ist alles kirschsaft und kunstblut
die herrschenden trinken
in sozialwohnung wird fern gesehn
wo kommt bloß der ganze kirschsaft her
wer rettet die welt und die andern
rettet überhaupt einer irgendwen
oder ist die show schon so groß
dass sie niemand mehr stoppen kann



mein vater hat geburtstag
morgen verlässt meine frau mich für immer
zwei tage später kommt mein erster enkel zur welt
und ich reise zum lesen nach luxemburg
heute abend tanze ich und liebe das leben
verstehen muss ich das nicht, oder?