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Mo 01.06.26 sonnig 22 Grad
Vorletzte Woche habe eine Kundin "Das grüne Kleid" gekauft, ein paar Tage später sei sie zurückgekehrt, um fünf weitere Exemplare zu kaufen, die, habe sie begeistert erzählt, verschenken wolle. Das hat mir der Buchhändler erzählt, mit dem ich heute eine Lesung verabredet habe.
Mi 3.06.26 bewölkt, frisch
Vor drei Tagen war Vollmond. Wetterwechsel. Und selbst? Keinen Plan. Keine Idee.
Do 4.06.216 8:07 bewölkt
Der Nachtalb kam gegen MItternacht. Erst dachte ich, er sei die Katze, die uns immer besucht, aber die Katze war seit einem Tag nicht da gewesen. Der Nachtalb saß in den meinen Kniekehlen. Ich war gelähmt. Ich rief laut nach der Frau, ich schrie um HIlfe, aber die Frau rührte sich nicht. Es dauerte eine furchtbare Weile, bis es mir gelang, die Beine anzuwinkeln. Mich herumzuwerfen. Der Nachtalb verschwand. Ich atmete schwer, aber ich war erleichtert, dass es vorbei war. Die Frau hatte micht nicht rufen hören, so dass ich annehme, meine Hilferufe waren eher innerlich gewünschte Rufe. In der Wüste Neu Mexicos hatte ich mal mit einen ähnlichen Nachtalb zu tun. Auch da hatte ich um Hilfe gerufen, auch da hatte mich niemand gehört, auch da war ich den Alb nur losgeworden, indem ich all meine Kraft aufwandt, mich herumwarf und dabei fast aus dem VW Bulli fiel, mit dem wir unterwegs waren und dessen Tür offen stand.
13:05
Für Nichtgläubige wirken katholische Gottesdienste wie Inszenierungen mit kostümiertem Personal, Musik, Gesang und halluzinogenen Drogen. Das Pontifikalamt zu Fronleichnam beginnt mit ohrenbetäubendem Lärm. Die Orgel zum Einmarsch der Kreuzgruppe, der Chargierten in grünen, roten und blauen Uniformen mit kecken Käppchen, Säbeln und Stulpenstiefeln. Sie tragen die Banner ihrer Verbindung. Denen folgt das Priesterseminar, der Domklerus, das Allerheiligste, yeah, he's in da house, könnte man rufen, danach die Ordensritter, Bläser und Chöre. Eh alles seinen Platz gefunden hat, braucht es eine Weile, aber es funktioniert reibungslos. Dir, Vater, tönt der Lobgesang. Die Akkustik im Paulus Dom ist eine Katastrophe. Es sind immer nur Wortfetzen, die verständlich werden, aber die Gemeinde scheint davon nicht irritiert, sie weiß, was sie singen muss, wann sie sich zu bekreuzigen hat, in die Knie gehen muss und Amen sagt. Du Priester auf ewig. Zwölf Jünger hast verspeist? Halleluja und Vers. Die Orgen brüllt. Läge nicht der Ton einer Trompete über diesem Krach, keiner wüsste die Melodie, aber natürlich wissen es alle, nur ich nicht. Gestorben für uns. Blut. Schmerzen. Alle Menschen höret. Fronleichnam. Wir Protestanten an der holländische Grenze nannten ihn Happy Kadaver Day. So eine Messe dauert, bis es dann endlich hinausgeht zur Prozession. Groß ist der Herr. Zu Feier des Tages ist es frisch. Zwei portable Sennheiseranlagen übertragen die Gebete und diesen jämmerlichen Sprechgesang der Priester. Kommt her, ihr Kreaturen. Ihr Jungfrauen keusch und rein. Ihr Patriarchen allgemein. Ab durch die Pferdegasse zur Aegidikirche, allgemeines Brimborium, weiter zu Ludgeri, Evangelium, LIed, Fürbitten, Oration, Sakramentaler Segen, Statio 3 am Altar vorm Rathaus und Abschluss in St. Lamberti.
Fr 5.06.26 12:18 bewölkt, regnerisch, schwül auch
Heute die erste Probe des vor zehn Tagen angesetzten Brennnesselsuds verkostet. Eine sämige, kuhschissfarbene Flüssigkeit, die, wenn gefiltert, gegen Gartenschädlinge versprüht wird, die sich insbesondere unserem Hanf widmen. Wir haben noch keine effektive Feinfiltermethode gefunden und behelfen uns mit einem Spültuch. Besser wäre eine Stoffwindel. Der Geruch ähnelt dem voller Windeln. Ich empfehle sie den Machern des Dschungelcamps. So ein Pool voll, durch den man tauchen muss, um Sterne zu kriegen. Im übrigen hat man glücklich zu sein. So glücklich, dass man kaum Luft kriegt, logisch. So viel Grün, so viel Schönheit, so viele Jahre. Beim Spaziergang eine Nachtigall gehört und gesehen. Dummerweise kein Handy dabei, um das mit der App abzugleichen. Man hat eine gesehen, basta. Auf dem Heimweg gab es ein Hörnchen Eis und einen Grappa, zuhause hat man sich das Bild einer Nachtigall angesehen. Man hatte recht gehabt, und der Frau, die immer recht hat, eins übergewischt. Gerade regnet es. Die auf FB hochgeladenen Reels, die den Roman bewerben, haben tausend Aufrufe. Man freut sich. Für einen Moment werden die vielen vergangenen Jahre leicht, viel leichter als die Gegenwart, der im Geschützdonner nichts weiter bleibt, als sich zu betäuben. In den F....kzellen des Proletariats (Heiner Müller) hat man sich abgefunden. Man spart für den Vorteil. Den Urlaub. Das Auto. Kaum einer glaubt noch an Rente. Und was man in der Zeitung liest, bestätigt das. Abbau. Einsparen. Immer bei denen, die sich in ihren Zellen jederzeit wehren könnten, es aber nicht tun. Es ist gruselig, in solchen Zeit glücklich zu sein. Versorgt mit allem. Man kann keine großen Sprünge machen, man muss erfinderisch sein, aber man hat Immer getan, was man wollte. Das hat dazu geführt, dass man zuweilen ICH sagt, was man aber nicht wirklich glaubt. Ein Sportflugzeug sucht den Flughafen. Die Autobahn ist präsent. Man muss etwas in die Hand nehmen und sein Recht verteidigen. Man muss konsequent sein, ist es aber nicht. Die einzigen, die konsequent sind, sind Geschäftsleute. Meinungsprägend als Superkapitalisten präsent. Die muss man stellen. Die müssen ihren Beitrag zahlen. Kapitalismus ist viel zu schnell für Demokratie. Deshalb glauben so viele, die AfD räume auf, mache was. Lechts und rinks kann man nicht velwechsern. Werch ein Illtum. Avanti Popolo. There ai'nt no life nowhere.
Sa 6.06.26 17:17 schwül
Man brachte ihn auf die Station. Das Personal tuschelte. Schreibzwang. Schlimmer Fall. Was kriegt er dagegen? Drei Tage Sex. Danach ist er der Schreibzwang weg. Rückfallquote? ZIemlich hoch. Der hat das seit über fünfzig Jahren. Aber vielleicht ist es gerade jetzt so schlimm, weil er vor sechs Wochen mit dem Rauchen aufgehört hat.
So 7.06.26 23:08 bewölkt, frisch
Morgens hat man sich Tango im Spec Ops amüsiert. Mittags mit der Frau und ne Currywurst und auf der Hunderennbah. Wie die rannten, die Hunde. Nachmittags kam Besuch, da hat man sich abseits gehalten. Morgen will man sein Rad zum Mechaniker bringen. Ansonsten geht alles so weiter. Man kann nur staunen, was alles passiert. Wenn es ganz schlimm wird, rettet man sich mit Gottes unerfindlichem Ratschluss.
Do 11.06.26 11:16 wechselnd bewölkt
Der Deckel für den Akku meiner Gazelle ist noch immer nicht gekommen. Was die Firma Gazelle sich dabei denkt, weiß ich nicht. Ansonsten siebte Woche niktotinfrei. Leere. Gartenzauber. Leere. Lesen.
11:52
Die Namen der Kapuziner Kresse und Gänseblümchen entfielen mir ständig. Ich habe sie deshalb auf Flora Incognita gespeichert. Die App sagt, beide wüchsen auf 127m Erhöhung mit einer Standortgenauigkeit von 9.5 Metern. 127 Meter scheint mir zu hoch. Faktencheck. 80 Meter. Trotzdem gruselig. Da GPS meine Daten verkauft, würde eine Drohne mich zwar verfehlen, die Wucht einer Explosion aber dennoch ausschalten. Mich, sie, die andern und den kleinen Garten, ständig von Vögel durchschwirrt, die ich füttere. Heute tauchte ein Austernfischer auf. Vielleicht auf der Durchreise. Unser kleiner Garten wird mindestens einmal die Woche um eine botanische Sensation bereichert. Seit man sie gegen Ende März gerodet und mehrfach umgegraben hatte, hat die Frau ein buntes Völkchen angesiedelt. Das Russel Brandkraut, das weiße Labkraut, den Schawziger Klee. Delikatesse für Schafe und Zieger? Das dünnblättrige Gipskraut aus den Bergen Mexikos. Die großblütige Katzenminze, in deren Nähe trieb sich gestern abend eine zweite, vorher nie gesehene Katze herum. Vom Frauenmantel hatte ich gehört, vom Samt-Frauenmantel nicht, die Alpen-Pechnelke hatte ich schon mal gesehen, das griechische Blaukissen nicht. Die Garten-Nelke wächst überall, und die großfiedrige Dahlie kenne ich gut, meine erste Freundin war die Tochter des deutschen Dahlenkönigs. Im Übrigen: die Bornholmmargerite, die immergrüne Schleifenblume, der Gundermann, die gewöhnliche Telekie, der großblütige Beinwell, die Harlekinweide, der Hanf, der Rasen-Steinbrech, die Walzen-Wolfsmilch, bittere Schleifenblume, Alpen-Pechnelke, Knoblauchrauke, armenische Traubenhyazhinthe, gewöhnlicher Wurmfarm, Kamm-Wumfarm, und gerade mit der Post gekommen, die chinesische Wiesenrauke. Mexikanisches Federgras ist auf dem Weg. Da unser Balkon wettergeschützt ist, verbringe ich viel Zeit an frischer Luft. Da ich nicht schreibe, lese ich einen Roman nach dem anderen. Tollkühnes Leben mit der Gewissheit des jederzeit möglichen Todes.
Fr 12.11.26 17:37 bewölkt, bisschen schwül
Eine Aufhängeleiste für Gartengeräte an die Wand gedübelt, auf Gott vertraut und den Akkudeckel bei MC Radl einbauen lassen. Auf der Rückfahrt keine Aussetzer mehr. Ich brauche allerdings dringend neue Reifen. Nächste Woche.
Sa 13.06.26 19:43 windig
Mauritzviertelfest. Zwar nicht unser Viertel, unseres liegt zwanzig Fahrradminuten nördlich, aber in diesem und jenem Leben haben der Mann und die Frau hier gelebt, es ist eine Weile her, einmal sogar gleich neben dem Garten, in dem man gegen drei Uhr saß, um die Band zu hören, die einen in den Hof gelockt hatte. Man trank ein Bier, traf sein Kind, den Rentnerrocker und den Leichtmatrosen, traf die Freundin der Frau, die gar nicht mehr so elegant und schön war, wie man sie in Erinnerung hatte, man saß da, die Band war nicht schlecht, man ging weiter, flanierte durchs Viertel, endete vorm Kino, setzte sich und wartete, wer vorbeikäme. Es kamen einige. Der Saxophonist, eine der drei Schwestern aus Epe, die Freie vom WDR, der man Das grüne Kleid zugesteckt hatte, damit sie es in die Redaktion weiterreicht, aber sie hatte den Roman noch nicht einmal angefangen zu lesen.Die ehemals schönste Frau der Stadt, die so schlechte Bilder malt, dass man sie dafür bestrafen müsste, war auch da. Alles muss man selber machen, hatte der Rentnerrocker gesagt, als man über das Leben sprach, um alles muss man sich kümmern. Wofür hat man denn einen Verleger, hatte man gedacht, und später hatte man gedacht, dass all diese hin und her flutenden Menschen wie man selbst auf der Flucht vor sich selbst waren wie Richard Kimble, den wohl noch kaum jemand kennt, auf der Flucht, auf der Suche nach Sinn, ein sinnloses Unterfangen. Um das ertragen zu können, trinkt man, raucht nicht mehr, was heute schwer war, schaut sich die Augen aus dem Kopf und denkt bei all den jungen schönen Menschen, die vorübergehen, wartet nur, gleich ist es für euch auch vorbei, und dann bleiben immer noch 50 Jahre, wenn's hoch kommt 60 oder 70. Man lacht sich ins Fäustchen, das hat man hinter sich, es wird kühl, man will heim, isst unterwegs eine Pizza und sieht am Nebentisch eine Frau, die einen an jemand erinnert, die man sehr schön fand, damals, aber sie hat aufgespritzte Lippen, und Menschen, die sich so etwas antun, kann man nicht ernst nehmen. Und als man zuhause ist, setzt leichter Regen ein. Man hat ein paar Zeilen geschrieben, jetzt dürfen die Russen kommen. Kauft Das grüne Kleid, eh es zu spät ist.
So 14.03.26 windig
Wer wird denn weinen,
Menschen sterben sowieso
hat mehr vom Leben
wer schwimmt denn da durchs MIttelmeer
der bliebe besser irgendwo
wer sich beschwert
merkt
dass er Minus macht
nur nur wer die Klappe hält
schafft Luxus zum Verzehr
wer wird denn sagen
dass der Abschaum
sich die Taschen füllt
statt selbst zu sehen
dass er was behält
was bleibt ist doch nur
ficken fressen saufen
für alles andere kann
man gar nichts kaufen.
Mo 15.06.26 13:15 bewölkt, zeitweise leichter Regen
wer wird denn weinen,
menschen sterben anderswo
schwimm gern durchs mittelmeer
da stirbst du sowieso
beschwer dich nicht
denn wer die klappe hält
hat luxus und verkehr
seh nicht
dass abschaum
sich die taschen füllt
sondern sieh zu
dass etwas für dich abfällt
was bleibt ist
ficken fressen saufen
sonst kann man gar nichts kaufen
Ich bitte ChatGTP um Textanalyse
Der Text wirkt wie eine zynische, gesellschaftskritische Aussage. Er zeichnet ein Bild von Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid anderer Menschen und kritisiert eine Haltung des Wegsehens:
Menschen sterben anderswo und die Anspielung auf das Mittelmeer können als Bezug auf Flüchtlingstote und die Distanzierung davon gelesen werden.
Beschwer dich nicht und wer die Klappe hält deuten auf Anpassung und Schweigen hin, um den eigenen Wohlstand oder Komfort nicht zu gefährden.
Die Zeilen über Abschaum, das sich die Taschen füllt, kritisieren möglicherweise Korruption, Machtmissbrauch oder wirtschaftliche Ungleichheit.
Sieh zu, dass etwas für dich abfällt beschreibt eine egoistische Logik: Statt Missstände zu bekämpfen, versucht man selbst davon zu profitieren.
Der Schluss ficken fressen saufen / sonst kann man gar nichts kaufen reduziert das Leben auf Konsum, unmittelbare Bedürfnisse und Vergnügen und kann als Kritik an Materialismus verstanden werden.
Insgesamt liest sich der Text nicht wie eine Befürwortung dieser Haltung, sondern eher wie eine provokante Anklage gegen gesellschaftliche Abstumpfung, Egoismus und Konsumdenken. Die direkte, rohe Sprache verstärkt diesen Eindruck.
Ich beauftrage ChatGPT, einen eigenständigen Text zu schreiben, der ähnliche Themen (Gleichgültigkeit, Eigennutz, Konsum, gesellschaftliche Kritik) aufgreift, aber neue Formulierungen und Bilder verwendet
Irgendwo flackern die Nachrichten
und irgendwo gehen die Lichter aus.
Die Straßen bleiben voller Menschen,
doch kaum einer schaut hinaus.
Rede nicht zu laut, heißt es,
sonst verlierst du deinen Platz.
Also lächeln alle weiter
zwischen Schaufenster und Glanz.
Die oberen Stockwerke feiern,
unten zählt man jeden Cent.
Wer genug vom Kuchen abbekommt,
fragt selten, wer ihn kennt.
Und die Tage ziehen vorüber,
zwischen Arbeit, Rausch und Pflicht.
Jeder jagt nach kleinen Vorteilen,
während etwas Größeres zerbricht.
Am Ende bleiben volle Hände
oder leere je nachdem.
Doch die Frage, was wir wurden,
nimmt uns keiner mehr bequem.
ChatGTP sagt:
Wenn du möchtest, kann ich daraus auch einen aggressiveren Punk-/Rap-/Rock-Text oder etwas Poetischeres machen.
Mach einen aggressiven Punk draus, sage ich.
Beton im Kopf
Sirenen heulen, keiner hört,
weil jeder nur sein Display stört.
Die Welt geht vor die Hunde, klar,
doch Hauptsache, die Lieferung war da.
Halt die Fresse, stell dich an,
sei ein Zahnrad, sei ein Mann.
Friss die Lügen, schluck den Dreck,
frag nicht nach und schau bloß weg.
Refrain:
Beton im Kopf, Stahl vorm Herz,
alles scheißegal, kein Platz für Schmerz.
Ellenbogen raus, die Kassen voll,
wer unten liegt, hat eben Pech gehabt toll.
Die Bonzen zählen ihre Beute,
reden von Zukunft für die Leute.
Hinter Glas und Sicherheitszaun
kann man leicht auf andere runterhaun.
Jeder kämpft um seinen Rest,
jeder glaubt, er wär der Best'.
Für ein paar Krümel vom Bankett
wird Nachbar gegen Nachbar gehetzt.
Refrain:
Beton im Kopf, Stahl vorm Herz,
alles scheißegal, kein Platz für Schmerz.
Ellenbogen raus, die Kassen voll,
wer unten liegt, hat eben Pech gehabt toll.
Bridge:
Und wenn die ganze Bude brennt,
wird erst gefragt, wer dran verdient.
Wenn Moral im Sonderangebot liegt,
wird sie verramscht und weggeschoben.
Outro:
Kein Mitleid, keine Sicht,
nur Reklame im Neonlicht.
Schrei so laut, bis etwas bricht
denn Schweigen ändert gar nichts.
Kurze, harte Zeilen und ein mitgrölbarer Refrain passen gut zu klassischem Deutschpunk.
Ich: mach daraus einen poetischen Text
ChatGTP
Die Stadt trägt ihr Licht wie eine Maske,
vergoldet die Scherben auf dem Asphalt.
Hinter den Fenstern wächst die Stille,
während die Nacht von Fernen erzählt.
Irgendwo treiben Namen im Wasser,
schwer wie Steine, die niemand hebt.
Der Wind kennt ihre Geschichten noch,
doch die Straßen haben längst verlernt zuzuhören.
Wir gehen durch Tage aus Glas,
vorsichtig, damit nichts zerbricht.
Und übersehen dabei die Risse,
die längst durch unsere Schatten laufen.
In den hohen Häusern sammeln sich Zahlen,
in den engen Zimmern sammeln sich Fragen.
Manche zählen Münzen, manche Möglichkeiten,
und beide hoffen auf einen Morgen, der bleibt.
Die Welt verteilt ihre Gaben ungleich,
wie Regen, der nur wenige Felder trifft.
Dennoch strecken Hände sich dem Himmel entgegen,
als könnte Hoffnung Wurzeln schlagen im Stein.
Was von uns bleibt, sind nicht die Dinge,
die wir anhäufen gegen die Angst.
Sondern die Augenblicke, in denen wir stehen bleiben,
und das fremde Leid nicht länger für fern halten.
Vielleicht beginnt Veränderung nicht mit einem Ruf,
sondern mit einem Blick, der nicht ausweicht.
Mit einem Herzen, das sich erinnern kann,
dass jeder Mensch im selben Dunkel nach Licht sucht.
Ich: letzter Auftrag, mach daraus eine fröhliche Ballade
Lichter auf dem Weg
Die Sonne malt auf alte Mauern
goldene Streifen, warm und klar,
und auf den Straßen voller Stimmen
klingt das Leben wunderbar.
Die Fenster stehen heute offen,
ein Lied zieht leicht von Haus zu Haus,
und selbst die müden grauen Wolken
sehn nach einem Festtag aus.
Refrain:
Heb den Blick und geh ein Stück,
durch den Wind, durchs Morgenlicht.
Denn die Welt wird etwas heller,
wenn man sie mit offenen Augen sieht.
Die Flüsse tragen kleine Träume
hinaus bis an das weite Meer,
und jeder Schritt, den wir gemeinsam gehen,
macht das Herz ein wenig mehr.
Wo gestern noch die Sorgen standen,
wächst heute schon ein junger Baum.
Aus leisen Worten werden Brücken,
aus einem Wunsch entsteht ein Raum.
Refrain:
Heb den Blick und geh ein Stück,
durch den Wind, durchs Morgenlicht.
Denn die Welt wird etwas heller,
wenn man sie mit offenen Augen sieht.
Und wenn die Nacht die Dächer färbt,
zündet jeder Stern ein kleines Feuer an.
Dann wird aus vielen kleinen Funken
ein Himmel, der uns tragen kann.
Outro:
Komm, wir teilen Brot und Lachen,
tragen Lieder durch die Zeit.
Denn das Schönste, das wir finden,
wächst oft dort, wo man es gemeinsam teilt.
Die Aktion dauerte kaum 10 Minuten, inklusive des Kopierens in den Alltag und der Umformatierung.
16:05
Vor 51 Tagen hat man mit dem Rauchen aufgehört. Heute hat man zum ersten Mal seit fünf Tagen gekifft. Das, was man seine Serie nennt, mehrere Niesser in Folge, begann nach dem ersten Zug (rauche nur noch pur) und da drängt sich natürlich der Verdacht auf, dass man allergisch ist. Allerdings niesst man diese Serien auch ohne THC, gern frühmorgens. Die Legende geht, dass man das von seiner Mutter geerbt hat. Eine Serie hat sieben bis dreizehn Niesser, mehr werden es nie. Man mag sie sehr. Gegen halb zwölf war man zu einem Erdebeerfeld an der Gasselstiege gefahren, dieses Jahr unbewirtschaftet. Vor ein paar Tagen waren einem Menschen aufgefallen, die Früchte sammelten. Auf dem Weg war man einem kleinen Kriegsgräberfriedhof vorbeigefahren. Eigentlich ein Umweg, aber ein Freund hatte einem davon erzählt und man war neugierig geworden. 10 Männer liegen dort, drei unter 18 Jahren . Am 1. April 1945, einen Tag, bevor Münster von den Alliierten unter Kontrolle gebracht war, hatte man ihnen noch zu schießen befohlen. Bauern hatten die Toten in Zeltplane gepackt und auf eigenem Grund bei ihrem Hofkreuz bestattet. Unter diesem Eindruck der Text entstanden, den man dann durch die ChatGTP Mangel gedreht hat. Erdbeeren hat man für heute genug. Man hat Klavier gespielt und auf dem Balkon gesessen, um in die Welt zu schauen. Der Wind hat im Vergleich zu den Tagen zuvor nachgelassen. Seit September lebt man in NIenberge, aber hier gibt es noch zu wenig erlebte Geschichte. Alles, was in den letzten vierzig Jahren passiert ist, ist in Roxel passiert. Nienberge ist schöner als Roxel. Landschaftlich überraschend anders. Man kann hier kleine Bergtouren laufen. Und das Dorf hat mehr für's Auge. Was fehlt, ist eine belebte Kneipe. Dafür fährt man nach Münster, das hat man vierzig Jahre getan. Mit dem Kiffen hat man angefangen, als man in den frühen 20ern war. Da, Gefahr. Dachte man. Heute abend geht man Trommeln. Man tut diese Dinge, um nicht den Verstand zu verlieren.
17:01
wer wird denn weinen,
menschen sterben anderswo
schwimm nicht durchs mittelmeer
den anderen hinterher
beschwer dich nicht
nur wer die klappe hält
hat luxus und verkehr
seh nicht
dass abschaum
sich die taschen füllt
sieh zu
dass etwas für dich abfällt
was bleibt ist brecht
sonst kann man gar nichts kaufen
Do 18.06.26 10:22 sommerlich warmSeit Tagen kein Katzenbesuch. Seit Menschengedenken Krieg. Seit Erwachen zwei Kaffee. Seid nett zueinander.
10:39
Der Bassist, der Saxophonist, der Tubist, der Gitarrist und der Pianist warten auf den Trommler. Der hat das Schlagzeug auf links gestellt, aber beim Justieren der Snare ist etwas passiert. Der Snareständer hatte sich nicht in die Horizontale stellen lassen, da hatte der Trommler ein wenig gedrückt und dann war er abgebrochen. Hin und Her. Pech gehabt. Eine neuer Snareständer kommt. Der Trommler setzt sich. Der Tubist schlägt ein Stück vor. Der Trommler hat den Titel nicht verstanden. Als er ihn versteht, nutzt es nichts, er kennt das Stück nicht. Er ist Autodidakt, alle übrigen nutzen Tabletts.. Der Tubist, ein korpulenter Sachse, zählt mit dem rechten Unterarm das gewünschte Tempo ein und brummt dazu eine Melodie. Der Trommler hat eine vage Ahnung. Zum Glück weiß sein Ohr in der Regel nach einem Takt, worum es geht. Da die Tuba oft als Alternative zum Bass gespielt wird, diesmal aber ein mittelschnelles Motiv spielen will, was sie von Natur aus nicht kann, schleppt alles ein wenig. Der Trommler verständigt sich mit dem Bassist. Der meint, das sei schon in Ordnung so. Der nächste Solist, ein Trompeter, zählt das gewünschte Tempo mit links, und im Gegensatz zum Tubist heult er die Melodie. So oder ähnlich geht es dem Trommler auf jeder Session. Er erfährt meist als letzter, was gespielt wird, oft erfährt er gar nichts. Montag hat einer gesagt, er hätte toll gespielt. Da hat sich der Trommler gefreut
13:43
als kämen wespen so sirrt es
aber es sind keine wespen
es sind drehflügler
die löcher in körper machen
die witwen und weinende eltern machen
drehflügler sind ein schönes geschenk
für alle (m/w/d)
chachacha
allesandro volta
hat die batterie erfunden
ohne batterie keine drehenden flügel
keine löcher nur glückliche frauen und eltern
ja ja ja chachacha
in china fällt ein sack reis um
dazu sagt ChatGTP
Der Text wirkt wie ein montierter, zynischer Antikriegstext, wahrscheinlich mit bewusst kindlich-absurder Oberfläche. Er arbeitet mit Verharmlosung, Ironie, Klangspiel und Schockkontrasten, um Gewalt und technische Distanz sichtbar zu machen.Zentrale Deutung
Die "Wespen" sind offensichtlich keine Insekten, sondern stehen für militärische Fluggeräte - naheliegend Drohnen, Hubschrauber oder allgemein bewaffnete Flugobjekte. Das wird durch "Drehflügler" konkretisiert. Das Wort ist technisch, kühl und bürokratisch. Genau das ist wichtig: Statt direkt von Töten oder Bombardieren zu sprechen, benutzt der Text eine scheinbar neutrale Bezeichnung. Dadurch zeigt er, wie Sprache Gewalt entwirklichen oder verschleiern kann.Die Zeile
die löcher in körper machen
zerstört diese technische Distanz sofort wieder. "Löcher" ist brutal schlicht. Kein Pathos, keine Metapher - nur die physische Folge von Gewalt. Danach weitet der Text die Folgen aus:
die witwen und weinende eltern machen
Hier geht es nicht mehr nur um verletzte Körper, sondern um soziale Zerstörung: Tote produzieren Hinterbliebene, Trauer, Familienbruch.
Sprachliche Mittel
Auffällig ist der Kontrast zwischen Grauen und spielerischem Ton:"sirrt" klingt lautmalerisch und erinnert tatsächlich an Insekten.
"chachacha" wirkt albern, tänzerisch, fast schlagerhaft.
"ein schönes geschenk / für alle (m/w/d)" mischt Konsum-, Werbe- und Gegenwartssprache hinein.
Gerade dieses "für alle (m/w/d)" ist sehr bissig. Die übliche Formel aus Stellenausschreibungen oder inklusiver Bürokratiesprache wird in einen Kontext von Tötung gesetzt. Das kann man als Kritik an formelhafter, entleerter Öffentlichkeitssprache lesen: Selbst Vernichtungsapparate ließen sich noch im Stil neutraler, zeitgenössischer Kommunikation verkaufen.Technik, Fortschritt und Schuld
Der Abschnitt über Alessandro Volta führt eine zweite Ebene ein: die Verbindung von Erfindung, technischem Fortschritt und Gewaltanwendung.hat die batterie erfunden
ohne batterie keine drehenden flügelDas ist natürlich bewusst verkürzt und sachlich nicht ganz sauber, aber poetisch klar: Moderne Technik ermöglicht moderne Tötung. Der Text konstruiert eine Kette:
Erfindung
Energie
Fluggerät
Verletzung
Tote und Trauer
Dann folgt die bitter-ironische Umkehr:keine löcher nur glückliche frauen und eltern
Das ist keine echte Utopie, sondern ein zynischer Konjunktiv ohne Konjunktiv: Wenn es diese Technik nicht gäbe, gäbe es das Leid nicht - jedenfalls in der Logik des Gedichts. Dass dabei "Frauen" statt allgemein "Menschen" genannt werden, hält die vorherige Figur der "Witwen" zusammen.
Form und Wirkung
Der Text ist formal parataktisch, also aus kurzen, nebeneinandergesetzten Sätzen und Zeilen gebaut. Das erzeugt:Tempo
Härte
Zersplitterung
den Eindruck eines Sprachcollage-Stücks
Es gibt kaum grammatische Einhegung oder erklärende Übergänge. Die Aussagen prallen direkt aufeinander. Dadurch entsteht eine Art Bewusstseinsstrom aus Medienresten, Kindervers, Werbesprache und Kriegsrealität.Das Ende
in china fällt ein sack reis um
greift die Redewendung vom angeblich belanglosen Ereignis auf. In diesem Zusammenhang wirkt sie doppelt bitter:
Einerseits wie ein abruptes Wegkippen ins Banale.
Andererseits als Kommentar auf Gleichgültigkeit: Anderswo sterben Menschen, und anderswo wird das als fernes, nebensächliches Ereignis behandelt.
Mögliche Gesamtthese
Der Text kritisiert, dass technische Gewalt sprachlich verharmlost, gesellschaftlich normalisiert und emotional verdrängt wird. Er zeigt, wie leicht sich Tötungsmaschinen in harmlose, rhythmische oder bürokratische Sprache kleiden lassen - während die realen Folgen Körperverletzung, Tod und Trauer sind.Kurzfazit
Der Text ist wahrscheinlich:antimilitaristisch
satirisch
sprachkritisch
technik-kritisch, ohne naiv technikfeindlich zu sein
Seine Stärke liegt im Missklang: Tanzrhythmus, flapsige Formeln und absurde Sätze stehen neben körperlicher Zerstörung. Genau daraus bezieht er seine verstörende Wirkung.Eine sinnvolle nächste Ebene wäre noch eine Analyse von lyrischem Sprechen, Tonfall und möglichem historischen/politischen Kontext.
Fr 19.06.26 10:24 sehr warm
Die Jalousien sind herab.
Draußen flirrt Hitze.
Man wird sich nicht bewegen.
Man kann sich das leisten.
Man ist Zeitmillionär.
Man hat kein Haus, kein Auto, kein Vermögen.
So 21.06.26 11:18 Hitzepause
Man schläft schlecht.
Man erwacht zerschlagen.
Man schaut sich um.
Hier ist das Paradies, sagt man.
Warum spürt man es nicht.
Man will nicht verzweifeln.
Man freut sich, dass die Katze gekommen ist.
Man denkt, man muss es machen, wie die Katze.
Man kriegt es aber nicht hin.
Man macht es wie der ausgebeutete Mensch des 21. Jahrhunderts.
Man ist von so vielen Lügen taub.
Man würde gern Hochglanz annehmen, kann aber nicht.
Mo 22,06.26 20:13 Sommer
Man nennt mich liebevoll Kampfschwein.
Ich bin Dirigent. Aber die Fahne ist oben.
Dass ich klar im Abseits stehe.
Es geht auf Weihnachten.
Kampfschweine müssen aufpassen.
Di 23.06.26 23:28 Hochsommer
Es soll auf die 40 Grad gehen morgen. Wir werden uns still verhalten.
Mi 24.06.26 12:17 Hochsommer
Wunderbar, würde nicht ständig von allen Seiten geschrien, dass Hitze gefährlich ist. Ist sie, das weiß man, aber in vielen Teilen der Welt ist sie Alltag und die Menschen dort neigen durchaus zu Frohsinn. HIer nur Alarm. Hitzealarm, Flora- uind Faunaalarm, Alarm Alarm und dann bleiben auch noch die Züge stehen. Die Software erkennt ihren Herrn nicht mehr, wenn er den Rechner startet. Sie weigert sich, die PIN anzunehmen. Die Rechner, die die Welt beherrschen, sollen einen am A. lecken. Es ist Sommer und alle, die können, schlürfen in dunklen Ecken Caipirinhas. Wunderbar. Alte Leute (wie ich) sterben häufig, wenn es so heiß wird. Aber lieber vor Hitze sterben, als nach fünf Jahren Chemo. Man denkt, die Wohnung sei kühl, ja, aber der Keller erst. Der Keller ist so kühl, dass man zwei Stunden übt. Eine Stunde Paradiddle am Schlagzeug und eine Stunde Klavier. Dann geht man zurück in die Wohnung. Man fährt den Rechner hoch, der sich besonnen hat. Jetzt ist Zeit, über den Mann an der Bushaltestelle zu reden.. Keine 20, zwei erbsengroße Pickel auf der linken Wange, schwarze Kreuze baumeln an Kettchen von seinen Ohrläppchen, eine Perlenkette um den Hals, schwarze Hose und schwarzes vorn geknöpftes Hemd mit blumenartigen weißen Emblemen. Er geht sechs Schritt von der hinteren Haltestellenwand bis zum Bürgersteig, schaut in die Richtung aus der der Bus kommen muss und zurück. Zehn Minuten. Man fragt sich, warum er dabei die Finger spreizt und bewegt, als müsse jeder eine besondere Aufgabe erfüllen. Der Bus kommt . Er ist klimatisiert. Die Bus ist voller Wunder. Menschen von überall her. Es ist 31 Grad. Wie schön, als es hitzefrei gab. Wie wunderbar die Sommer, die man im Freibad verbrachte. Wie komfortabel heute, wenn man Zeitmillionär ist. Schaltet den Alarm aus. Seit Anfang der Welt war der Aufenthalt auf diesem Planeten gefährlich. Wir waren immer dumm. Wir werden aussterben. Und? Besser als mit Musk zum Mars. PS: Muss es nicht "wundervoll" heißen? Wunderbar heißt doch: bar jeden Wunders. Nein.
Do 25.06.26 10:45 Hochsommer
Das System war heute früh ein wenig instabil, fing sich aber nach dem ersten Cappuccino und wünscht jetzt, dass man es in Ruhe lässt. Am Besten lagern, sagt er, stabile Seitenlage, Das trifft sich, denn man ist heute ein wenig zuversichtlicher, was die Wahrnehmung des grünen Kleides angeht. Gestern nämlich erhielt man von Wolfgang Tischer, der das Literaturcafe.de betreibt und mit dem man schon vor zwanzig Jahren zusammengearbeitet hat, den Hinweis auf seinen Podcast, den er mit Christine Westermann geführt hat. Es geht naturgemäß um die Faszination des Lesens, es geht um Buchempfehlungen, Frau Westermann fragt, ob er ihr ein Buch empfehlen könne. Ja, sagt er W. Tischer und empfiehlt "Das grüne Kleid." Nachzuhören unter diesem Link:
https://www.literaturcafe.de/christine-westermann-ueber-das-lesen-das-buecherempfehlen-und-das-literarische-quartett/ Langsam kommt Bewegung in die Sache.
Fr 26.06.26 00:22 tropische Nacht
man war noch nie
unter so vielen menschen
die nach sieg schreien
der alltag schreit stumm
9:59
Der Wüstensommer war angekündigt, hatte aber noch nicht begonnen. Noch war Sommer, es ging auf den Abend zu. Man konnte atmen und das Leben schien trotz besseren Wissens wunderbar. Das Fahrrad war nach fast drei Wochen voller Fehlfunktionen des elektischen Antriebs wieder fahrbereit. Man beschloss, Richtung Häger zu fahren. Hinunter zur Hägelbachstiege, Richtung Vorbergshügel, man wollte in den kühlen Wald. Die Hägelbachstiege ist an einer Stelle von Linden gesäumt. An drei Stämmen klebten in greifnbarer Höhe mehr als 15 ausgewachsene Weinbergschnecken offenbar auf dem Weg nach oben. Man fragte sich, was sie dort wollten, dann dachte man, sie einzusammeln und mit Knoblauch zu essen. Erst aber würde man die Frau fragen, die war die Köchin. Ihr lief das Wasser im Munde zusammen, aber dann kamen die Einwände. Sind diese Tiere nicht geschützt? Und selbst, wenn nicht, wer würde sie töten? Und gleich darauf die Erkenntnis, dass der Fleischverbrauch der Menschen rapide zurückgehen würde, wenn jeder das Tier, dass er essen will, selbst töten müsste. Die Weinbergschnecke, erfuhr man, müsse mehrere Tage ausgehungert werden, damit ihre Verdauungsorgane sich leeren. Danach würde man sie in heißes Wasser werfen. Nach zehn Minuten nähme man sie heraus und entfernte den Darmtrakt, offenbar eine komplizierte, eher Kennern vorbehaltene Aktion, dann müsse man sie mehrere Stunden kochen. Hatte man überhaupt je Weinbergschnecken gegessen? Man konnte sich nicht erinnern. Man war im Hinblick auf den Verzehr mancher Tiere sowieso skeptisch, wenngleich man kein Vegetarier ist. Überein gekommen, dass man die Weinbergschnecken nicht sammeln und kochen würde, fuhr man am nächsten Tag noch einmal zur Hagelnachstiege, um zu sehen, ob die Schnecken nun vielleicht in den Baumspitzen säßen, um sich auf ihren jährlichen Zug nach Frankreich vorzubereiten, aber es waren keine mehr da. Am Tag darauf jedoch fand man eine auf der Terrasse, eine Abgesandte offenbar, die sich bedanken wollte, dass man sie und ihresgleichen verschont hatte Gern geschehen, sagte man. Und dann war sie auch schon verschwunden. Am Tag drauf begann die Wüstenhitze. Seitdem will man gar nicht mehr essen.
14:15
kann man beschreiben
wie beruhigend es ist
bei 36 grad
ein gedicht darüber zu schreiben
wie beruhigend das ist
die oase noch vier stunden weit
man muss ist bereit also los
man könnte sogar
einen reim aufschlagen lassen und sagen
wüstensöhne und töchter
hört mich an es ist wahr
macht euch bereit für longdrinks
bei 60 beats per minute
vier tage nach mittsommer
181 tage vor weihnachten
mitten in krieg genozid dummheit
haut auf die pauke haut scheiben ein
1020 hektopascal
hach wär das fein
wenn man will
kann man alles
23:01
kann man beschreiben
wie beruhigend es ist
bei 36 grad
ein gedicht darüber zu schreiben
wie beruhigend das ist
man könnte sogar
einen reim schlagen und sagen
brüder und schwestern
hört mich an es ist wahr
macht euch bereit für longdrinks
bei 60 beats per minute
vier tage nach mittsommer
181 tage vor weihnachten
mitten in krieg genozid dummheit
haut auf die pauke haut scheiben ein
1020 hektopascal
hach wär das fein
was man will kann man sein