November 2013                          www.hermann-mensing.de          

mensing literatur
 

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Fr 1.11.13 15:02





ostwind, kräftig, blau gefegter himmel,
über mir ein jet von a nach b,
meine träume reiten schimmel,
und mir tun die knochen weh.

blätter taumeln, lassen herbst herein,
der durch wälder rennt,
an den mauern wilder wein,
keiner, der mich kennt.


Sa 2.11.13 14:01



nein, ich will nicht vor die tür,
lieber puppe ich mich ein,
bleibe bis zum frühjahr hier,
weiter soll nichts sein.

ich bin groß und solitär,
klein und unbedeutend,
halte mich aus dem verkehr,
glocken nicht mehr läutend.

mache bögen um den fisch,
werfe mich nie mehr auf's fleisch,
lass die hände unterm tisch,
mache kein geräusch.


So 3.11.13 13:19

Verbrachte den gestrigen Abend mit Trixie. Sie ist zierlich, herb-süß und ein wenig abweisend. Das blonde Haar hat sie links gescheitelt und streng nach hinten gekämmt, sie trägt einen schwarzen taillierten Gehrock mit Stehkragen und schwarze Jeans. Sie bringt immer so viele Gitarren mit, ich glaube, sie braucht das, um ihre Schüchternheit zu verbergen, ihre Wut, ihre Einsamkeit, ihre Liebe zum Leben und ihren Hass. Aber wenn sie erst einmal ein paar Lieder gespielt hat, taut sie auf, lacht sogar und erzählt Albernes. Ihre Band ist energisch. Was mich anlangt, ich hätte ihr gern noch länger zugehört, ihr Set war eher kurz, aber er hatte es in sich. Für die Berliner unter Ihnen, heute abend tritt sie im Bi Nuu auf, Sie sollten dort unbedingt hingehen. Mehr zu Trixie Whitley hier.


15:36

mütze auf,
es
wird noch nicht geheizt,
die finanzen machen das nicht mit,
essen, trinken, da wird nicht gegeizt,
frauen bleib ich aus dem schritt.

dummheit,
meine größte tugend,
ich bin spezialist
für die schwere einer jugend,
die vergangen ist.

radikal,
ich denke schnell,
postnatal, ein hund,
alphabete schieße ich wie tell,
manchmal bin ich rund.

hätte gerne,
ließe es jedoch nie zu,
schwärm von ferne,
lege mich zum du,
bleibe nichts und staune
über das geraune.


Mo 4.11.13 10:09

Die erste Erkältung ist unterwegs. Das kommt davon.
Ansonsten: durchhalten, weitermachen, nicht beirren lassen.
Es ist Montag, ich weiß, was das heißt.

18:14

Es steckt in den Knochen, ich habe den Tag im Bett verbracht, jetzt mummele ich mich auf dem Sofa ein, die Heizung ist an, bisschen lesen, bisschen fernsehen, vielleicht fühlt man sich morgen schon besser.


Di 5.11.13 10:12

Über Nacht hat sich mein Hirn in Rotz verwandelt, der vornehmlich durch das rechte Nasenloch austritt, das linke scheint blockiert. Ansonsten leichtes Knochenreißen und das Gefühl allgemeiner Beschränktheit, was mich nicht wundert, ich leide seit meiner Geburt an einer Vielzahl von Defiziten. Werde also einen weiteren Tag in der Horizontalen verbringen, niemand soll mich sehen, ich will niemanden sehen, höchstens, dass ich meiner Katze erlaube, sich auf meinem Bauch auszustrecken und den Milchtritt auszuüben.

17:05

Langsam senkt sich der Abend über eine Unzahl benutzter Papiertaschentücher, die wie Seerosen auf dem Couchtisch, dem Boden und auf dem Sofa schweben. Ein hübscher Kontrast zur einsetzenden Dunkelheit. Dazwischen der alte Mann auf dem Sofa, seit Geburt ein Reaktant, mit dem niemand je etwas anfangen konnte, wahrscheinlich aus Versehen von extraterretrischen Wesen vergessen, man weiß das nicht. Um nicht zu verhungern
, müsste er noch vor die Tür, aber es steht zu befürchten, dass er lieber verhungert. Mal sehn, ob er die Nacht überlebt.

20:44

Der alte Mann hat sich besonnen, hat sich bei strömendem Regen auf den Weg gemacht und die Backwaren nicht, wie sonst, beim Discounter gekauft, sondern beim Bäcker. Er will das heimische Backhandwerk retten, und das wird honoriert. Man behandelt ihn vorzüglich. Hier muss er die Brötchen nicht mit einem Schieber aus einem Behältnis in einen Schacht befördern, aus dem er sie nimmt und in eine Tüte füllt, nein, die Bäckereifachverkäuferin nimmt die appetitlichen Backwaren aus einem Korb und füllt sie in eine Tüte, und weil sie weiß, dass jeder Kunde ihren Job sichert, findet sie sogar für einen missgelaunten alten Mann wie mich, den eine schwere, häufig in dieser Jahreszeit auftretende Seuche angefallen hat, tröstende Worte.

Und so schleppe ich mich ein wenig desorientiert heim, kann nur mit Mühe das Messer führen, das Brötchen zerteilen, die Hälften mit Butter bestreichen und mit Käse belegen. Ich glaube nämlich an die Heilkraft des Gouda. Jeden Morgen, jeden Mittag und jeden Abend benötige ich Gouda. Ich habe kalte Füße, mein Kopf brummt, aber morgen früh beim Gouda wird alles schon wieder viel besser sein. Ob aber die Verwirrung, dieses grundsätzliche Zweifeln am Sinn meiner und der Existenz der Welt, sich gebessert hat, steht in den Sternen. Ich glaube, eher nicht. Eigentlich schade, wo die Welt doch so schön ist.


Mi 6.11.13 10:07

Gewärmt von mehren übereinander getragenen Wintermänteln werde ich gleich einkaufen, um mich danach für einen weiteren Tag aus dem Verkehr zu ziehen. Blöd, dass man immer einen Grund benötigt, rumzuliegen. Wäre ich gesund, säße ich längst wieder vor meinem Rechner und schriebe, aber diese alberne Halbgrippe erlaubt es mir, den ganzen Tag nichts zu tun.


15:15

Man verblödet, wenn man auf dem Sofa liegt und nichts tut. Anderswo würde man auch verblöden, es fiele einem nur nicht so auf. Erst, wenn man nichts mehr tut, wird einem klar, wie blöd man längst ist, da ist es fast schon egal, ob man noch einen Grippetag nimmt oder wieder aufsteht, weil man glaubt, man könne dem etwas entgegensetzen. Das funktioniert nicht. Die Verblödung ist Teil des universellen Plans. Unverblödet könnte man die Welt nicht ertragen.

22:44

Man nennt so etwas November-Verstimmung. Eine November-Verstimmung hat nicht nur mit dem Verlust des Golden Oktobers und dem Einsetzen des Regens zu tun, sondern auch mit dem stündlich näher kommenden Fest, das meine Familie jedesmal an den Rand der Katastrophe brachte, so dass ich als Kind folgerichtig schloss, mit diesem Fest stimme irgendetwas ganz und gar nicht. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn dann auch noch eine Halbgrippe aufschreitet, muss man sich nicht wundern, dass man verstimmt ist. Wären Frauen im Spiel, müsste man von einer Depression sprechen, so aber ist alles halb so schlimm.


Do 7.11.13 9:53

Re-Start.

Herr M. wird in wenigen Sekunden sein Manuskript in eine Aktentasche packen, ein örtliches Café aufsuchen und dort ungestört von Katze, Internet, täglichen Gewohnheiten und was sonst seinen Alltag bedrängt, lesen, was er bisher geschrieben hat. Vielleicht steckt ihm das ein Licht auf. Vielleicht aber auch nicht.

9:55

Zurück auf Null.
Fröstelnd zieht sich Herr M. auf sein Sofa zurück.
Wenn er bloß wüsste, was mit ihm und den Frauen nicht stimmt.

18:28

Die ganze Zeit hat er nachgedacht. Jetzt weiß er's. Es liegt gar nicht an ihm. Es liegt an den Frauen.

21:15

ja, ja-ja, ja, weiß ich schon,
hatte gleich so etwas im urin,
nein, nein-nein, doch, roter mohn,
mit 'ner spur pepsin.

dachte dann, das kläre ich,
wusste aber nicht, wo's anfängt,
ja, natürlich kannst du mich,
und was sonst noch dran hängt.

knüpf ihr also einen knoten
zieh ihn ihr sehr fest,
so etwas ist nicht verboten,
und vergess den rest.

nun - was soll ich sagen,
nach drei tagen stand es fest,
ganz egal, in welche lagen
ich sie dreh, sie will ins nest.


Fr 8.11.13 9:56

Wenn man drei Tage nicht von die Tür kommt und die Welt nur medial wahrnimmt, wird deutlich, dass man sie getrost vergessen darf. Dass alles, was in den Zeitungen diskutiert wurde, am nächsten Tag von Dingen überholt wird, die man ebenso getrost vergessen darf. Alles darf man vergessen, es sei denn, der Menschenverstand brächte eine Revolution zustande, aber davon kann man nicht ausgehen. Schade. Was muss man also tun? Man muss aufstehen, verdauen, und weiter machen. Schwierig genug, aber wir versuchen das. Heute.


17:18

Wir haben es versucht. Wir haben den Roman redigiert, und wie immer wird er nach so einem Eingriff kürzer. Diesmal mussten fast 10 Seiten dran glauben. Jetzt sind wir bereit, weiter zu schreiben.


Sa 9.11.13 12:03

Wie ich aus informierten Muslimenkreisen erfuhr, sind Männer, die Instrumente spielen, schwul.
Als ich mit vier oder fünf schüchtern die Trommel zu schlagen begann, hatte ich gleich so ein merkwürdiges Gefühl. Als ich mich dem Klavier näherte, wurde es noch schlimmer. Und jetzt, manchmal auf der Ukelele, ist es mir geradezu peinlich. Aber ich kann es nicht ändern. Wenn ich mit Männern Musik mache, geht es mir so gut, dass ich mich entschlossen habe, den Fundamentalisten keinen Glauben mehr zu schenken.

23:05

In den letzten Stunden sah ich einen Film über Ausgrabungen auf den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges bei Ypern in Flandern, zappte zur Andrea Berg Show, allergrößte Unterhaltung, raffinierte Ausschnitte, gehaltvolle Lieder, ich mied Wetten Dass, im Ersten lief etwas über die Hitler Attentäter, ich dachte, was ist eigentlich los, alles wegen des 9. November, ich zappte zurück zu Andrea, ja, möglich, dachte ich, ihre Bühne war so groß wie ein Schlachtfeld, die Bilder verschwammen, Kai Pflaume, DJ Ötzi, Birgit Schrowange und die Soldaten in Flandern, schrecklich, ich kann das gar nicht beschreiben. Ab jetzt kann es nur noch aufwärts gehen.


So 10.11.13 12:27

Noch immer Husten und Rotz, und noch nicht wieder mit der Arbeit begonnen. Hach, wäre es schön, sich einfach auszuruhen, nichts zu tun, zurück zu schauen, zu sagen, was wollt ihr eigentlich, da stehen alle meine Romane, da sind die Hörspiele, die Theaterstücke, der ganze Ramsch, alles, was ich in den letzten dreißig Jahren geschrieben habe, ist da und da nachzulesen, also lest nach, in bin im Ruhestand, aber es hat kaum jemand getan, und die, die es getan haben, haben es nicht weitergesagt,
ergo, weitermachen. The torture never stops.

Gleich also hinaus in die Natur, dicke Jacke an, Mütze auf etc., Schal um und hoffen, dass es irgendwo mitten im Wald ein Café gibt und ein Stück Torte, das jedes Gedicht erübrigt. Ansonsten:


Mo 11.11.13 11:11



feinster herbst umspinnt den narrhalesen,
w ährend er fünf liter kölsch erbricht,
nachher sagt er, er sei's nicht gewesen
und kennt seinen namen nicht.

13:23

Von anderen hatte ich längst gehört, dass sie auf dem Weg sind. Vor einer Viertelstunde habe auch ich sie gesehen. Kraniche. Jedes Jahr geht mir das Herz über, wenn ich sie höre. Ich höre sie, eh ich sie sehe, weil sie sich ständig miteinander unterhalten. So viele wie im letzten Jahr waren es heute nicht, aber das kann noch kommen, der Nachtfrost ist da, spätestens dann machen sie sich auf den Weg. Heute früh musste ich meine Windschutzscheibe frei kratzen.


Di 12.11.13 14:39

Freitagabend erhält ein Freund von mir den Kulturpreis meiner Heimatstadt. Er hat mich gebeten, ein Gedicht aufzusagen. Da werden vierhundert Menschen sitzen, manche von denen werden sagen, ach guck, das ist doch Hermann aus der Bismarckstraße, und Hermann wird da oben stehen und die Ballade von einer Kanakenstadt lesen. Das ist eine schöne Ballade, aber sie geht mir ans Herz, jedes Mal, wenn ich sie lese, schnürt es mir an vorhersagbaren Stellen fast den Hals zu, weil ich dieses Kaff so liebe, weil es der Ausgangspunkt für alles ist, was ich bisher erlebt habe und noch erleben werde, ich muss also aufpassen am Freitagabvend zwischen 19:30 und 20:00, dass ich den Dorfältestens nicht die Ohren voll heule vor Rührung.


18:59

So. Das Netz ist ausgeworfen. Morgen werde ich sehn, ob Fische drin sind.


Mi 13.11.13 13:30

Erst dachte ich, Shoah, nein, nicht heute abend, dann schaltete ich trotzdem ein und kam nicht wieder raus aus diesen Geschichten. Wie grausam sie auch waren, grausam und erschütternd banal, die Menschen, die sie erzählten, waren dabei gewesen und lebten trotzdem und lachten und weinten. So etwas habe ich noch nie gesehen, aber gegen Mitternacht konnte ich nicht mehr. Schade, dass sie das auf Arte an einem Abend abspulen mussten.


Do 14.11.1317:34

November Blues

Wir haben über Deinen Roman gesprochen, leider fällt die Antwort negativ aus. J. hat sich eingehender damit befasst, während ich wie angekündigt aus Überforderung nur reingelesen habe. Uns tendiert das zu sehr in Richtung Krimi, was ohnehin schon nicht so unser Ding ist, und die Handlung hat uns nicht gepackt und der Erzählton nicht die richtigen Tasten bei uns gedrückt. Unser Belletristikprogramm wächst nicht, wird im Gegenteil eher sogar zugunsten anderer Sorten zurückgefahren, für die wenigen Plätze gibt es andere Kandidaten, mit denen wir uns literarisch leichter tun. Es ist schade, dass es wieder nicht weitergeht zwischen uns auf dieser Ebene, weil mit Dir ja schön zusammenzuarbeiten ist. Unser Urteil ist wie immer sehr subjektiv und wenig hilfreich.


November Blues 2

Es sind noch zehn Verlage im Spiel.


21:26

Fundsache
Zettel: 10x10cm
Handschrift eines älteren Menschen:

10 Euro abheben.
Netto: Toilettenpapier, Milka, Butter,
Metzger: 1 Stück Blutwurst

Fundort: Könermannstraße-Ecke Dorffeldstraße, heute gegen 16:00


Fr 15.11.13
9:54

Schreiben ist eine Sache. Verkaufen eine andere. Nach Absagen bin ich am Boden. Aber das wird vergehen. Vielleicht vergeht es morgen, vielleicht nächste Woche, dann mache ich weiter, als wäre nichts gewesen. Aber natürlich war was. Sie haben mich nicht geliebt, das war. Also sage ich mir, dass ich etwas weiß, was sie nicht wissen. Möglich, dass das außer mir nie jemand erfährt, das ist mein Risiko. Ohne Risiko kommt man zu nichts, denke ich und beschließe, den Tag danach unter einer warmen Decke zu vertrödeln. Heute abend muss ich ein Gedicht aufsagen. Wenn das gelingt, habe ich mich fast schon wieder gefangen.


Sa 16.11.13 00:24

Um es gleich vorweg zu nehmen, das mit dem Gedicht hat wunderbar funktioniert. Es ist mir also nicht, wie befürchtet, an den vorhersagbaren Stellen im Halse stecken geblieben, sondern sprach sich fast wie von selbst. Ich hatte mich gegen vier endgültig mit mir und dem Kleiderschrank geeinigt, fuhr dann in die Stadt, um meine Freundin abzuholen, wir improvisierten noch einen schnellen Pfannkuchen mit Zwiebeln, Speck, Äpfeln und Rübenkraut, und dabei kippte ich mir Teig über die Hose. Dummes Versehen, umziehen konnte ich mich nicht mehr, also musste ein feuchtes Tuch helfen. Danach schien der Schaden bereinigt. Als ich aber in Gronau ankam, sah ich, dass die Teigspuren deutlich zu sehen waren. Es sah aus, als hätte ich auf mein rechtes Hosenbein ejakuliert. Nicht schön so etwas. Ein paar meiner alten Gronauer Freunde hatten das auch gesehen und entsprechend kommentiert. Ich hatte vor, mit einem Headset auf der Bühne herumgehen, um frei sprechen zu können, aber das ließ ich nun. Ich las hinterm Stehpult. Nachher kamen eine Menge Menschen und lobten mich. Tja, was soll ich sagen: der Verlag, der mich nicht will, soll mich am Arsch lecken.









Ballade von einer Kanakenstadt

Ich weiß noch
Wo die Fabriken standen
Ich roch und sah
Dass viel Arbeit da war
Dass niemand sie wollte
Hab ich nicht verstanden
Dann wollten sie welche mit schwarzem Haar.

Ich war zehn
Und sah sie samstags im Park
Sie spielten Fußball mit Feuer
Sie waren schnell und ich fand sie stark
Und beim Lachen so ungeheuer.

Ich ging näher heran
Und verstand nicht ein Wort
Ihr Ball tropfte mir vor den Fuß
Sie riefen, ich dachte, sie jagen mich fort
Stattdessen winkte mir einer zum Gruß
Also schoss ich zurück, der Ball drehte ins Tor
Und der kleinste Spaghetti schrie "Deutschlande vor!"

Die Eltern sagten, geht nicht zu nah ran
Diese Kerle sind sehr gefährlich
Doch ich kannte Mädchen, die fassten sie an
Und fanden Spaghettis herrlich.
Sie heirateten sie, gingen fort von zu Haus
Sie kriegten Kinder, sie bauten ein Haus
Sie leben und kaum einer fragt noch, woher
Dieses Kind mit den dunklen Augen wär.

Wo ich herkomme
Wurden Tuche gewebt
Und schon immer waren da Fremde
Wo ich hingeh
Hab ich noch nicht gelebt
Es ist wohl am anderen Ende.

Ein Hörnchen Eis und schwarzes Haar war'n der Grund
Dass ich von der weiten Welt träumte
Ich schaute mich an Weltkarten wund
Damit ich bloß nichts versäumte.

Während ich im Traume das Meer überquer
Kam die Welt her, um Tuche zu weben
Portugiesen, Spanier, Türken und mehr
Alle, alle konnten hier leben.

Ich wurde groß, meine Stadt mir zu klein
Ich spür noch, wie wild mein Herz schlug
Als ich sie verließ, ich reiste allein
Übers Meer, weit weit fort ging der Flug
Doch wo ich auch hinkam, Menschen waren längst da
Ich war weiß, sie war'n bunt, und wir wunderbar.

Eine Weile vergaß ich die kleine Stadt
An der Grenze und all ihre Wunden
Eine Stadt, die man geschunden hat
Denn ich hab sie verändert gefunden.
Erst dröhnten die Werkshallen nicht mehr so laut
Dann bevorzugte man wieder weiße Haut
Und als den Fabriken der Atem ausging
Gab's für niemand kaum mehr als 'nen Pfifferling.

Und alle hielten den Atem an
Und jeder schaut auf den Nebenmann
Und jeder glaubt, dass er's schaffen kann
Und so fängt es von vorn wieder an.

Ich bin fünfzig
Und seh die veränderte Stadt
Aus aller Welt sind sie dort
Gäbe jeder, was er zu geben hat
Niemand müsste je wieder fort.
Aber es ist, wie es ist und wie ich es nicht will
Die Dummen sind laut und die Klugen sind still
Es ist, wie es ist, doch ich glaube daran
Dass alles noch gut werden kann.

Wo ich herkomme
Wurden Tuche gewebt
Und schon immer waren da Fremde
Wo ich hingeh
Hab ich noch nicht gelebt
Es ist wohl am anderen Ende.


16:52

Als ich sie das letzte Mal sah, pflegte sie ihren Mann, der einen Schlaganfall hinter sich hatte. Er konnte schon wieder sprechen, er machte Gymnastik, aber seine linke Seite funktionierte nicht mehr. Er lief mühsam.

Als ich sie gestern sah, saß sie im Rollstuhl und er sorgte sich um sie. Zwischen diesen Begegnungen liegen zweieinhalb Jahre. Er war früher Gitarrist einer lokalen Band, sie war ein holländischen Mädchen, das ich hin und wieder beim Tanzen traf. Wir verstanden uns gut, waren aber nie ein Paar.

In Orten, die man Heimat nennt, reißen Ketten nicht so schnell, da können ruhig vierzig Jahre vergehen. Ich hatte sie vor vier oder fünf Jahren in einem Supermarkt zum ersten Mal wiedergesehen. Die Symphatie, dieses freundschaftlich einander zugetane Gefühl, alles war noch da, und es wird auch in der Zukunft Bestand haben.

Um so erschrockener war ich, denn sie ist in meinem Alter, und ich registriere einen zunehmenden Verfall um mich. Da stirbt einer, weil er sich tot getrunken hat, da fällt einer einfach beim Spazierengehen um, einer stirbt über Nacht im Bett und die anderen bemerken es erst Tage darauf. Meine Frau ist auch schon fast fünf Jahre tot.

Ständig höre ich Geschichten von Krankheit und Tod. Das ist unheimlich, denn mir geht es gut, ich habe noch alle Sinne beieinander, ich kann Nächte durchmachen, ohne Tage später noch daran zu leiden, ich kann trinken und pflanzliches rauchen, es macht mir nichts, aber die Einschläge kommen näher. Da hilft nur stoisches Ignorieren.


So 17.11.13
13:30

Draußen zerrt der Sonntag die letzten Blätter von den Bäumen, Kaffee rumort im System, es ist still. Man könnte glauben, man wäre tot. Ich bin gerade erst aufgestanden. Um acht war ich kurz auf den Beinen, sehnlichst von meiner Katze erwartet, habe sie gefüttert, das Morgengeschäft erledigt, Derivate etc. , bin schnell wieder zurück unter die Decke gekrochen, und dann war auch schon Mittag. Gedichtet wird heute nicht. Falls überhaupt noch einmal gedichtet wird. Heute wird sich gelangweilt. Heute werden die letzten Buchstaben aus der Samstagszeitung gesaugt, die sich zu Informationen verdichten, die niemand braucht, wenn er glücklich sein will. Dann ist wieder ein Tag vorbei, ich überschlage mein Glück, es gibt nichts zu meckern, alles ist selbst eingebrockt, ich kann tun und lassen, was ich will.


Mo 18.11.13 11:43

hat man einen anfang,
sieht man erst am ende klar,
ging es an der wand lang,
war es wunderbar?

meistens war man wenig,
häufig
war man nicht,
war zuweilen selig,
und das glück eher schlicht.


Di 19.11.13
14:56

Anton ist ein etwa kniehoher Terrier, fast weiß, nur auf Brust und an den Flanken hat er schwarze Flecken. Die Rute trägt er steil aufgerichtet. Als er mich da im Novemberlicht auf dem Waldweg sieht, will er natürlich sofort los, schließlich ist er ein Terrier und er muss darauf achten, das alles mit rechten Dingen zugeht, aber sein Frauchen will das nicht.

Sein Frauchen kriegt Schnappatmung und ruft Anton, hier, Anton, Platz, Anton, da gehst du hin, Anton nein, Anton, willst du wohl hören, also hört Anton, was bleibt ihm, Frauchen und er biegen durch ein Loch im Zaun auf den Sportplatz aus, aber Anton will immer noch wissen, wer da kommt und Frauchen ruft immer noch Anton, Anton, Anton. Ich lasse ein hohes Pfeifen hören, eines, das Frauchen nicht hört, aber Anton wohl, so dass Anton immer wieder wie elektrisiert stehen bleibt und nur durch Anton, Anton bei Fuß zu halten ist.


Mi 20.11.13
15:17

Das Novemberloch ist sehr tief. Da heute früh schon die Sonne
schien, beschloss ich, in die Stadt zu radeln. Dort fielen mir die vielen blau weißen Hütten auf, die sie überall aufgebaut hatten. Ich dachte, endlich machen sie Nägel mit Köpfen und bauen den Migranten hübsche kleine Übergangshäuser, bis mir einfiel, dass bald wieder Weihnachtsmarkt ist. Da war ich enttäuscht.


Do 21.11.13
15:14

Man sollte meinen, ich hätte genügend Erfahrung, ich wüsste, was auf mich zukommt, wenn ich morgens zwischen 8 und 9 in einer Schule ankomme, um dort, wie heute, drei Lesungen durchzuziehen, kein Problem, sollte man meinen, und das ist es auch nicht, das Problem ist die Nacht davor. Genauer: dieses hochkriechende Lampenfieber, das mich vom Schlaf abhält. Gefühlt habe ich in der letzten Nacht kaum geschlafen, wenngleich ich aller Wahrscheinlichkeit doch hin und wieder schlief, aber als ich beim Ton des Zeitzeichens um sieben aus dem Bett sprang, fühlte ich mich wie ein sehr alter Mann, da half weder Dusche noch Kaffee, ich war ein alter Mann, ich fand, ich sah auch so aus, ich hatte dieses oder jenes anziehen können, nichts wäre zu vertuschen gewesen, und in so einem Zustand fuhr ich los.

Glücklicherweise lag die Schule keine Viertelstunde entfernt. Die Lesungen fanden in der Leseoase statt, und das bedeutet immer, dass mindestens die Hälfte meiner Zuhörer auf dem Boden sitzen. Kinder, die auf dem Boden sitzen, neigen zu erhöhter Aktivität. Sie wackeln, sie rollen, sie schubsen, und das ist nicht schön. Dennoch war ich nicht schlecht, aber ich war auch nicht so gut, wie ich hätte sein können. Und dass irgendein Kind vorbereitet gewesen wäre, dass im Vorfeld vielleicht Fragen erarbeitet worden wären, die man einem alten Mann stellen kann, Fragen, die über sein Lebensalter und seinen Lieblingsfußballverein hinausreichen, davon hätte ich träumen können. So war es unterm Strich nicht viel mehr als Geldverdienen, aber das ist ja auch nicht schlecht.

22:02

Gut, dachte ich, heute Abend geh ich zur Kunst.

Am Anfang steht immer die Einladung. An das Publikum. An den oder die Künstler. Theaterräume sind leere Räume, aufgeladen mit den Erinnerungen an vergangene Nutzungen und der Fantasie und dem Wissen der Menschen, die ihn bespielen. Anne Hirth vom preisgekrönten Berliner büro für zeit + raum, Musiker/Soundtüftler/Tausendsassa Haarmann und die slovenische Vokalistin und Tänzerin Irena Tomažin folgen unserer Einladung, nutzen mit KUBIK / BESUCH sechs Tage den leeren Theatersaal und versetzen ihn in eine kontinuierliche Metamorphose aus Klängen, Sprache und Objekten. Kommen und Staunen!

Gut, dachte ich, der gern Geschichten liest, hört und sieht, gut, mal sehn, was das für eine Geschichte wird, oder ob überhaupt eine Geschichte stattfindet. Das Publikum war eher spärlich, zwanzig Zuschauer, fünfundzwanzig, ich habe nicht gezählt, wenngleich Zeit genug war. Bei noch geschlossenen Saaltüren wurden wir aufgefordert, mit Stuhl einzeln einzutreten in den Improvisationsraum. Einmal eingetreten konnte jeder sich seinen Platz wählen. Der nächste Eintretende musste sechzig Sekunden warten. Also gut zwanzig Minuten, eh alle eingetreten waren.

Nach mir kamen noch fünf oder sechs, und während sie kamen, saßen die übrigen und schauten. Musterten, dachten wahrscheinlich, wann geht es los, aber es war längst losgegangen, und als es dann tatsächlich losging, jemand mit einer Mandoline herum ging und Töne mit einem Magnet auf den Seiten produzierte, jemand sich umzog, eine Frau, die ebenfalls begann, herumzugehen und zu singen, als es also tatsächlich losgegangen war, war mir klar, dass eigentlich alle Anwesenden Mitspieler waren, ohne es eigentlich zu wollen.

Man kann, dachte ich, so etwas mit ausgebrannten Managern machen, damit sie mal etwas erleben, auf Coaching Seminaren, Erlebnisevents, so etwas, dachte ich, kann man machen, dann staunen die. Eine Weile war das interessant, ich konnte in Frieden schauen und Gedanken nachhängen, das ist aber eine hübsche Frau dort hinten, dachte ich, und die, was macht die denn, wieso legt die sich untern Tisch, gehört die auch dazu.

Nach einer Weile hatte ich genug und ging. Möglich, dass die Bleibenden dachten, das gehört auch dazu, das weiß man bei der Kunst nie so genau, aber ich gehörte nicht dazu. Ich zog meinen Mantel an, setzte mich ins Auto und fuhr durch den Regen heim.

Als ich ans Coesfelder Kreuz kam, eine große, gefahrenträchtige Kreuzung in Münster, war meine Ampel grün. Ich bog rechts ab. Dennoch kam mir Radfahrer entgegen. Er überquerte die Kreuzung trotz zweier roter Ampeln, und da dachte ich, fahr ihn einfach tot, damit er endlich begreift, dass so etwas nicht geht. Dass so etwas Folgen haben kann, dass so etwas Menschen ins Unglück stürzt, denn wie stünde ich da, hätte ich ihn tatsächlich tot gefahren. Meine grüne Ampel hätte mich rehabilitiert, aber tot wäre er trotzdem gewesen, dieser Idiot von Radfahrer, und wenn bedenke, wie haarsträubend Radfahrer sich in dieser Stadt bewegen, ist es eigentlich kein Wunder, dass häufig einer verletzt oder gar tot gefahren wird.



Fr 22.11.13 12:45

Jetzt, wo die Häuser ihre farbenfrohen Dachpfannen abgeworfen haben und deren Bewohner in schreienden Kolonnen südwärts fliegen, eine Zeit der Kontemplation und Vorfreude auf die nächste Saison, öffnen sich Räume für konspirative Zusammenkünfte alter Männer, die in düsteren, eigens dafür hergerichteten Studios geschützt vor der Unbill wütender Winde und schüttenden Regens nächtelang elektrischen Radau veranstalten, den man improvisierte Rockmusik nennt. Heute abend ist es wieder so weit. The Real Fullmooners machen sich bereit. Sie haben ihre Frauen sediert, sie gieren nach Drogen, Sex und Rock n' Roll. Mehr dazu hier.


Sa 23.11.13 12:59

Die Männer hatten Kabel gelegt und Verbindungen gesteckt, es britzelte, das erste Bier zischte, die Tüte ging rund und schon war ein Zustand der Destabilisierung erreicht, der die ersten beiden Sets prägte. Man hatte sich ein halbes Jahr nicht gesehen, Konstruktion, Dekonstruktion, das war abgemacht, da musste man durch, man konnte ja nachlegen, man legte nach, und im dritten Set, so gegen 22 Uhr, war der ersehnte Zustand des stabilen Deliriums erreicht. Jetzt konnte der Gitarrist auf seiner sündhaft teuren, weil uralten Gibson ES 330, spielen was er wollte, alles konnten tun und lassen, was sie wollten, die Illusionen hingen wie fette Schweine im Raum, der Titel des größten Hits dieser Periode hieß: Schnee fällt auf unsere verwahrlosten Seelen. Dieser Zustand hielt bis Mitternacht. Ihm folge Ernüchterung, aufkriechende Müdigkeit, jetzt wurde noch rausgeschlunzt was rauskam, aber es kam nicht mehr viel, und so krochen gegen halb zwei alle in ihre Schlafsäcke.


So 24.11.13
22:25

Ich weiß nicht, was mit meiner Katze los ist. Seit Wochen bettelt sie ständig um Essen. Das verändert unseren Umgang. Ich schimpfe häufig mit ihr, statt sie zu ignorieren. Ich kann kein Butterbrot in Ruhe essen. Ich kann nichts Essbares auf dem Tisch zurücklassen, wenn ich den Raum verlasse. Sie packt sogar Berliner aus und frisst daran herum. Sie leckt Pfannen und Töpfe.

Wenn sie nicht regelmäßig zu Essen bekäme, könnte ich das verstehen, aber sie kriegt, was sie braucht. Der Tierarzt hat sagt, hundert Gramm am Tag wären das Äquivalent für drei Mäuse. Für drei Mäuse müsste sie sich bewegen. Für hundert Gramm von mir tut sie keinen Schritt.

Nur nerven, das tut sie. Und weil sie weiß, dass ich genervt bin, scheißt sie aus Protest hin und wieder immer wieder an haargenau die gleiche Stelle rechts vom Klo. Zwei Meter weiter steht ihr Katzenklo mit frischem Klumpstreu. Aber nein. Die Dame ist nicht interessiert. Wenn ich jetzt wüsste, was ich tun kann? Vorgestern dachte ich, ich scheiße sie jetzt mit Futter zu, ich gebe ihr die fünffache Ration, aber das hilft überhaupt nicht. Ich bin ratlos.


Di 26.11.13
20:23

Habe jetzt immer ein paar Brekkies zur Hand, wenn die Katze jammert. Das ist zwar genau was sie will, aber ich achte drauf, dass sie nicht zuviel kriegt. Seitdem ist sie viel freundlicher.


Mi 27.11.13 23:18

Schon wieder Nacht. Seit drei Tagen bin ich im Tunnel. Ich grabe ich mich durch meinen Roman. Angefangen habe ich bei Seite 128. Dreißig Seiten sind dabei rausgekommen. Heute habe ich das Manuskript nicht mit dem Arsch angeguckt. Vielleicht morgen. Vielleicht aber auch erst übermorgen. Immerhin kann ich das Ende schon riechen. Fünfzig Seiten noch, vielleicht plus und minus. Und dann heißt es wieder: Herr Mensing, wer soll das lesen?


Do 28.11.13 9:17

Mein Vertrag mit Peripatetic Media in New York (www.transposing.net) ist unter Dach und Fach, also werden sich die Germanisten dort mit meiner Geschichte auseinandersetzen und sie transponieren. Ich bin gespannt auf das Ergebnis, aber vorm Frühjahr wird das sicher nichts. Auch mit City Books (www.citybooks.eu) bin ich im Gespräch. Das ist ein interessantes Projekt. Unterstützt wird es von der EU. Mal sehn, was dabei rauskommt. Meinen Roman werde ich auch heute nicht anschauen. Die Maler sind im Haus, sie schleifen Türen, sie streichen Wände, da flüchte ich lieber und mache Urlaub.


14:28

Der schon etwas ältere Herr M. hat Freunde besucht, die aufs Land gezogen sind. Das Haus ist noch eine Baustelle. Es ist über hundert Jahre alt, hat wunderschöne Steinböden, Gebälk wurde freigelegt, Mauern niedergerissen, Türbögen restauriert, das alles dauert noch, eh es rundum bewohnbar ist, aber es ist jetzt schon ein Schatz, und im nächsten Frühjahr gibt's dort ein Fest. Ein wenig ermattet wird Herr M. sich nun zum Mittagsschlaf niederlegen. Seinen Roman ignoriert er weiterhin. Morgen, denkt er, vielleicht steigt er morgen wieder hinab in den Tunnel und gräbt weiter.


Fr 29.11.13
17:40

Gestern so kurz vorm Zubettgehen ist es dann doch noch passiert. Ich habe mir angeschaut, was ich Anfang der Woche geschrieben hatte.
Und was soll ich sagen: ich war begeistert.


Sa 30.11.13
11:24

Wenn man von früh bis spät denkt, agitiert man Kopf und Herz über die Maßen, da tut sich zwangsläufig eine Schere auf, zu wenig Bewegung, zuviel Kopfquark, da sagt das Herz, hallo, nein, diese Ekstase ständig, da mach ich nicht mit, da holpere ich mal. Ich hatte das bei Pop Life. Kaum war der Roman beendet, pegelte sich das System wieder ein. Aber der Roman, den ich im Augenblick schreibe, ist noch nicht beendet. Ich werde also ein wenig kürzer treten in nächster Zeit. Nicht mehr dieses überfallartige Schreiben, morgens den Rechner an und dann durchmachen bis zum Abend, das ist wirklich anstrengend. Schön wäre, mal ein paar Tage irgendwo all inclusive zu genießen, betreutes Wohnen quasi, am Besten mit milder Sonne. Leider fehlen dazu die Mittel. Also lassen wir diesen Monat ausklingen, irgendwie, arbeiten hin und her, ich lege die Beine hoch. Wir sehen uns im Dezember.







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