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mensing literatur 

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zum letzten eintrag

Sa 1.08.26 8:45 angenehme 16 Grad

man hat sich
für den plötzlichen herztod entschieden
eine saubere sache
man kriegt ihn nicht mit
man kann ihn bestellen
er ist aber nicht ganz billig
garantie gibt es nicht
ein umtausch ist nicht möglich
mind my words

So 2.08.26 8:09 14 Grad

Gestern Mittag schellte das Telefon. Eine Frauenstimme hispanischer Herkunft hatte Wichtiges, aber Einzelheiten waren kaum auszumachen. Notarzt? Intensivstation? Man bat, eine Mail zu schicken. Sehr geehrte Angehörige, aufgrund des aktuellen Atemwegszustandes Ihres Angehörigen haben wir entschieden, ihn zur weiteren Diagnostik und spezialisierten Behandlung in ein Akutkrankenhaus zu verlegen. Die Verlegung erfolgte über den Notarzt. Sehr wahrscheinlich wurde Ihre Angehöriger in das Ev. Bathildiskrankenhaus in Bad Pyrmont gebracht. Jetzt wäre Gelegenheit, wieder mit dem Rauchen anzufangen, dachte man während der folgenden Stunden, die man brauchte, um einen behandelnden Arzt ans Telefon zu bekommen. Auch der kein Muttersprachller. Die Frau hatte schon davon gesprochen. Ärzte, Pflegepersonal, kaum Muttersprachler. Am späten Nachmittag endlich der erlösende Kontakt. Seit drei Wochen ist die Frau zur Kur in der Weserlandklinik, um ihre COPD behandeln zu lassen. Aber die Hitze hatte ihr zugesetzt. Bewegung an frischer Luft war nicht möglich, und Fortschritte waren kaum spürbar. Und jetzt das. Man hat Angst. Man weiß, was passieren kann. Dienstag wäre sie zurückgekommen. Man hatte schon alles auf Hochglanz gebracht und sich das ein oder andere überlegt. Nun wird man noch ein paar Tage warten müssen. Rauchen wird man dennoch nicht. Man hat gerade einen kleinen Walspaziergang gemacht, mit der Tastatur des neuen Rechners ist man immer noch nicht so recht vertraut, man wird Kaffee trinken und frühstücken, und dann sehen, was der Tag sonst noch bringt.


Di 4.08.26 15:35 34 Grad bewölkt schwül

Alles soll aufhören. DJT soll tot umfallen, Netanjahu soll tot umfallen, Putin auch. Alle Drecksäcke sollen tot umfallen- Die AfD soll an der Krätze krepieren. Weidel an einer Geschlechtskrankheit. Höcke soll beim Geschlechtsverkehr mit Männern erwischt werden. Hätten wir sonst wen? Ja. Das Wetter soll auch aufhören. Man sitzt und wartet Gestern ist man durch das wunderbare Weserbergland gefahren. Dass es so schön ist, hatte man höchstens geahnt. In Bad Pyrmont, genauer gesagt in der Weserlandklinik, wo man das Zimmer der Frau ausräumen musste, hatte einen das arme Dier angesprungen, denn überall waren Menschen mit Rollatoren und Sauerstoffgeräten die sich zu Tode langweilten. Dann hatte man die Frau besucht, die im Krankenhaus darauf wartete, dass heute das erlösende Urteil gesprochen würde. Und dann war man wieder zurückgefahren, ohne die Frau, in einem komfortablen kleinen Auto, allerdings ohne Klimaanlage. Als man zuhaus war, war man so gut wie tot. Und heute musste man wieder warten, denn eh so ein Ärzteteam einer 73jährigen an COPD erkrankten Frau die Entlassungspapiere überreicht, dauert es. Jetzt aber, hat man gehört, stecke sie im Stau auf der A1, und erreiche ihr Ziel wahrscheinlich gegen 16:30. Dann soll alles wieder anfangen. Das Leben zu zweit. Das kleine Glück, das dann und wann um die Ecke kommt. Das zermürbende Leben zu zweit und das schöne. Das alles soll nach drei zermürbenden Wochen voller Unsicherheiten und Ängste wieder beginnen. Man hat ein Essen vorbereitet. Man hat hier und da Blumen aufgestellt. Man holt jetzt noch Sekt.


Mi 5.08.26 11.34 schwül

Um halb sieben, man war auf dem Weg in den Wald, wurde man von der Katze begrüßt. Man grüßte zurück, öffnete die Balkontür und liess die Dame herein. Dann ging man los. Auf dem Berg steht eine rundum vermüllte schöne graue Stahlbank, an der hat man Übungen gemacht. Sich gestreckt zum Beispiel, was sofortigen Erfolg rechts im Hüftgelenk zeigte. Dann hat man halbgare Liegestütze exerziert, schräg vorgebeugt, die Hand an der Rücklehne, und dann pumpen. 5 Mal. Man hat sie doch alle. Man wird vielleicht erhöhen, aber man hat ja gerade erst angefangen, diese halbstündigen, parallel zur Autobahn führenden Wald und Bergspaziergang als Morgenritual einzubauen in die Erzählung des Lebens, so dass man dann später sagen könnte, der Dichter M., dem es gelang, das Leben seiner Epoche in einem einen starken Sog erzeugeugenden Ton zu erzählen, ist hier jeden Tag spazieren gegangen. Einmal hat er dort Farn ausgegraben. Einmal. er hatte hat er gerade zu pinkeln begonnen, tauchte in 50 Meter Entferung eine Frau mit Hund auf. Zum Glück war man noch kein urologisches Problem, aber das Begegnen danach war nicht ganz stressfrei. Allerdings kennt man den deeskalierenden Gruß. Man sagt Guten Morgen. Wundervolle Luft oder? Die Frau nickt beruhigt, dieser ins Grüne pissende alte Mann ist also nicht toxisch, der hat Prostata. Guten Morgen, sagt sie, ihr Hund wedelt einen an, man entfernt sich in entgegengesetzter Richtung. Das alles wird man sagen können über den Dichter. Auch, dass er auf der Stelle sagen könnte, was heute vor dreizehn Jahren war. Was heute in 13 Jahren ist, weiß niemand. Man wird sagen, dass der Dichter Phasen hat, in denen er häufig Gedichte schreibt, und andere, in denen Gedichter undenkbar schienen.



wohl eher ein traum,
den ich mein leben nenne,
begonnen, seither: mittendrinn,
ergebnislos, und was ich kenne,
macht traumlos keinen sinn.

wohl eher vergnügen,
das ich mir vergönnne,
ein tag am fluss, das haus mit rosen,
ich zwings, es war in övelgönne,
der fluss: die elbe, ich trug blaue unterhosen.

wohl viel erlebt
in diesen träumen
ich bitte, weckt mich bloß nicht auf,
viel lieber sitz´ich unter bäumen,
und schau durchs blätterdach hinauf.

wohl immer noch,
da staunt der träumer
übt täglich, hinzunehmen, wie es ist,
und wenn's nicht klappt, verspricht er: räum er
sein zimmer um, die beste list.

Do 6.08.26 12:10 23 Grad

Gegen 21:15 wechselte ich in Höhe der Lambertikirche vom Kopfsteinpflaster des Prinzipalmarktes auf den Bürgersteig, weil ich das Geholpere nicht mehr haben konnte, blieb an dem niedrigen Randstein hängen und stürzte halbschräg auf den Gehsteig. Landete mit rechtem Ellenbogen voran, dann rechtes Knie und zum Schluss noch mit rechter Schläfe. Sofort vier oder fünf Menschen bei mir, Holländer, wie sich herausstellte. Ich hatte Schürfwunden, fühlte mich aber ansonsten gut. Rappelte mich auf, bedankte mich für die Hilfe, fuhr zur Atelier Bar, wo Freunde Musik machten, wurde mit Pflastern versorgt, trank einen Caipirinha , den Besten, den man in Münster bekommen kann, und fuhr heim. Die Gangschaltung hatte was abgekriegt. Mein Ellenbogen tat ein bisschen weh, und im Bett bemerkte ich, dass meine Rippen ein wenig gestaucht waren, aber alles in allem nichts Ernstes. Ich trug keinen Helm wegen der großen Hitze..


So 9.08.26 10:33 23 Grad

Kaum ein Lüftchen.
Zu tun ist nichts
morgen auch nicht
im Grunde könnt man sich erhängen

17:38

sie haben
meine lieblingsfarbe geklaut
sind sie blau
sie lallen wehleidig
& kotzen heimat
(nichts gegen heimat)
sie sehen im vergangenen
große zukunft
viele atmen noch ddr
und großdeutsches reich
sind weiß & hetero
prächtige exemplare
fast arisch
wenn sie nicht ständig döner fräßen
und frau weidels frau ist kein
migrant

21:32

sie sind sie blau
sie lallen
& kotzen heimat
(nichts gegen heimat)
sie sehen im vergangenen
große zukunft
sie atmen ddr
und großdeutsches reich
sie sind weiß & hetero
prächtige exemplare
die pizza und döner essen
fast arisch


Mo 10.08.26 13:02 Sommer 27 Grad

Man hat Pläne. Man weiß, dass es noch eine Weile dauern wird, eh man sie angeht, aber man wird sie angehen. Man wird die Zeit wieder auf andere Art nutzen, als in verdunkelten Räumen zu sitzen, zu liegen, zu lesen, Klavier und Schlagzeug zu üben, zu schlummern und darauf zu warten, dass endlich die Sonne sinkt. Man hat kürzlich erfahren, dass andere einen für einen Dichter halten, man selbst hatte das schon immer vermutet, aber da es nun - wenn auch in kleinen, literaturaffinen Zirkeln - amtlich ist, hat man eine Verpflichtung. Man wird schreiben. Man wird "Frauen auf Zebrastreifen" vom ersten bis zum letzten Wort überarbeiten. Man wird daraus einen hieb- und stichfesten Roman bauen. Darüber wird es Winter werden. Gestern saß eine Wespe auf unserem linken Oberschenkel und versuchte, ein kleines Stück herauszuschneiden, wenig später versuchte sie auf dem rechten Unterarm dasselbe. Man verbat ihr das, und sie flog davon. Man wird selten gestochen, eigentlich so gut wie nie, aber dass eine Wespe versucht, einen anzuknabbern, hatte man noch nie erlebt. Es zwickte, als sie mit ihren Mundwerkzeugen zugange war. Vielleicht fährt man gleich in den Wald, um Holz für eine Wegeinfassung zu sägen. Man geht da jeden Morgen spazieren und hat etwas gesehen. Wahrscheinlicher aber ist, dass man sitzt, liegt, liest, Klavier und Schlagzeug übt, schlummert und darauf wartet, dass die Sonne sinkt, um schlafen gehen zu können. Denn was gib es Schöneres als Schlafen. PS. Die Rippen sind geprellt und schmerzen, aber nicht schlimm.


Di 11.08.26 9:21 Sommer 17 Grad

Auf die Frage, wie viele seiner Romane verkauft seien, sagte der Verleger 125. Das deprimierte den Dichter. Er erwachte. Es ging gegen drei. Er atmete tief, drehte sich auf die nicht schmerzende Seite seines Brustkorbes und schlief wieder ein. Um sechs, die Sonne hatte die Birke noch nicht in dieses irisierend verführerische Licht getaucht, schlüpfte er aus dem Bett. Es war frisch. Gestern hatte Chatgtp ihm Körperübungen vorgeschlagen. Einfache Übungen für Kraft, Gleichgewicht, Beweglichkeit und Ausdauer. Aufstehen. Hinsetzen. Auf Zehenspitzen stehen. Strecken. Bein nach hinten. Auf einem Bein stehen. Gehen. Jeden Tag 20 bis 30 Minuten gehen. Lieber regelmäßig als gelegentlich und sehr lange. Das wollte er heute angehen. Er verließ das Haus. An der Ecke begann er mit den Armen zu kreisen. Den Aufstieg in den Wald nahm er in leichtem Trab, kaum fünfzig Meter bis zum stinkenden Nieswurz, der den Weg zu beiden Seiten begrenzt. Er hörte den Schrei eines überfliegenden Bussards. Er spreizte die Beine und beugte den Rumpf, um die Füße links und rechts mit ausgestreckten Händen zu erreichen. Auf der Bank, aus deren Umgebung er vor ein paar Tagen Müll entsorgt hatte, machte er Liegestütze. Stand auf und setzte sich. Zehn bis fünfzehn Mal, hatte Chatgtp vorgeschlagen. Alles zehn bis fünfzehn Mal. Die Luft war frisch. Ihm wurde klar, dass er eine neue Gewohnheit entwickelte. Das Rauchen hatte er aufgegeben. Ihm sollte es recht sein. Nach einer halben Stunde legte er sich wieder ins Bett. Gegen acht kochte er für die Frau und für sich Kaffee. Gegen neun machte die Frau Frühstück. Sie aßen es auf dem Balkon. Sie leben im Paradies. Sie müssen nur achtgeben, sich nicht zu oft zu streiten.


Mi 12.08.26 13:44 Sommer 26 Grad

zwischendurch schien alles gut
dann war's wie es vorher war
manchmal trieb mich wilde wut
um die ecke in die bar
dort erreicht' mich eine nachricht
von so tragisch schöner größe
dass ich trank und trank und trank
doch ich gab mir keine blöße


Do 13.08.26 10:51 Sommer 26 Grad

Während sich die Hitze ausbreitet, zieht man sich zurück. Die Jalousien sind herab, notwendige Besorgungen sind gemacht. Man hat Zeit bis sechs, sich vorzubereiten. Um sechs trifft man die alten Männer zum Rambam. Darauf freut man sich. Gestern hat man bis nach elf auf dem Balkon gesessen, gelesen und zwischendurch leise Paradiddle geübt, bis der Hocker umkippte und das Metronom verschwand. Heute früh fand man es unterm Balkon. Die senile Bettflucht treibt einen gegen sechs aus dem Bett. Man schlüpft schnurstraks in T-Shirt, kurze Hose und Schlappen und macht sich auf den Weg. Die Luft ist köstlich um diese Zeit. Man möchte das nicht mehr missen. An der Bank auf dem Berg schafft man zwanzig Liegestütze, danach schnauft man heftig. Man steht auf und setzt sich. Man streckt sich. Wenn nur die geprellten Rippen nicht so weh täten bei manchen Bewegungen. Die Bäume werden matt und färben sich. Alles ist trocken. Gestern hat man Chatgtp beauftragt, auf Basis des Amazon Verkaufsranges zu überschlagen, wieviele Romane tatsächlich verkauft sein könnten. Chatgtp spricht als Ich. Ich würde schätzen, 7-20 pro Woche, 30-90 pro Monat, sagt es. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es sein Ich noch weniger gibt als meines. Auf der Straße ist die Glasfasertruppe zugange. Morgens reißen sie einen Bürgersteig auf 50 Meter Länge auf, abends ist alles wieder tiptop. Man müsste sie öffentlich loben. Euch Drecksfaschisten sei gesagt, dass ihr ohne sie und all die anderen Arbeiter aufgeschmissen wärt. Ihr seid gestrig und dumm.


Fr 14.08.26 13:26 Sommer 32 Grad

Heute früh hat man seinem besten Freund eine E-Gitarre gebracht. Er hatte davon gesprochen, wie gerne er eine hätte. Ob man nicht eine wüsste? Paar Stunden später hatte man in K.'s Studio mit den alten Männern Rambam gemacht. Beim Imbiss im Garten hatte man K. gefragt, on er nich was wüsste. Er nickte. Er hätte ein paar im Keller, Fender Nachbauten, aber nicht schlecht. Er wäre froh, wenn eine in gute Hände käme. Der Freund, der in Senden lebt, freute sich. Man fuhr in die Stadt, um beim Portugiesen Wein zu kaufen. Man brachte die Gitarrenhülle zu K. zurück. Man fuhr heim. Auf dem ganzen Weg waren einem zwei rote Ampen untergekommen. Alle anderen waren grün, sprangen auf Grün. oder zögerten, von Orange auf Rot zu springen, so dass sich einem der Eindruck aufdrängte, an so einem Tag sollte man vielleicht Lotto spielen. Die Chance, den Jackpot zu gewinnen, liegt bei 1 zu 140 Millionen. 17 Millionen. Man kann an einer Hand abzählen, wie oft man gespielt hat. 37 Grad sind aufgerufen. 37 zum ersten, 37 zum zweiten, höre ich 38, 38 der Herr hinten rechts, 38, ja, 39, 39 zum ersten, 39 zum zweiten, zum... Die Wohnung ist dunkel und angenehm kühl. Ein Aprikosen-Brombeerkuchen ist fertig. Wozu braucht man 17 Millionen?


Sa 15.08.26 17:22 27 Grad leichter Regen

es tropft
es rauscht
die elster keckert
fast hätte man diese geräusche vergessen
damit das land wieder normal wird
müsste es - glaubt man -
zwei wochen tag und nacht regnen
außerdem sollten die bürger
die blau wählen
in ihr eigenes land ziehen
das heißt: gestrige republik
formerly knows as DDR
man würde grenzanlagen errichten
sie bekämen ihr alu-geld wieder
sie wären unter sich
und könnten uns am arsch lecken


So 16.08.26 11:31 sonnig 21 Grad

Die Gröninger Straße führt in den Wald. Vor einem der Häuser parkt ein weißes Auto. Es ist so groß, dass es vor der Garage steht, die gebaut wurde, als Autos noch kleiner waren. Es ist der Wagen einer Fahrschule, auf der "driving for future" steht. In einem Vorgarten gegenüber lebt eine Schildkröte. Gröninger hat eine Peststatue geschaffen, den heiligen St. Sebastian. Er war Bildhauser des spätern 16ten und frühen 17ten Jahrhunderts. Als man letztens gegen sechs dort vobeiging, öffnete sich eine Haustür. Eine Frau Ende vierzig trat vor die Tür. Sie trug ein hellgraues Flanellnachthemd. Guten Morgen, sagte man. Die Frau grüßte zurück und ging auf die andere Straßeseite. Ein Dachfenster wurde geöffnet. Ein Mann schaute heraus. Die Frau rief einem etwas nach. Wie bitte? Spielen Sie immer Klavier? Ja. Gefällt es Ihnen? Sehr, sagte sie. Im Wald erledigte man seine Übungen. Wenn man vor halb sieben unterwegs bin, ist dort niemand. Kommt man später, sind die Hundebesitzer unterwegs. Unter deren Augen will man sich nicht recken und strecken. Über Nacht hat es geregnet. In den trockenen Bächen am Fuße des Waldes haben sich hier und da kleine Wasserlachen gebildet. Soviel zu dem schwierigen Handwerk des Hoffens.


Mo 17.08.26 bewölkt, regnerisch 16 Grad

Man ist auf dem absteigenden Ast, das kann man drehen und wenden wie man will. Um nicht den Verstand zu verlieren oder in depressive Verstimmung zu rutschen, redet man sich seine Langeweile schön. Jeden Augenblick, sagt man, könnte ja etwas Ergreifendes geschehen. Was, kann man sich kaum noch vorstellen, und was man sich vorstellen kann, ist eitel, darüber schweigt man. Stattdessen fragt man sich, wer von all den Fahrgästen im Bus gestern Sex hatte, oder ob überhaupt. Auch die Vorstellung, ob der oder die Oralverkehr pflegen, ist erheiternd, denn nirgendwo und zu keiner Zeit wirkt der Mensch dämlicher und dümmer als bei solchen Tätigkeiten. So erheitert kann man den Krieg ertragen, den Hunger der anderen vergessen, und den Wunsch der Frau, Notvorräte anzulegen. Der Tag beginnt mit einer Schusswunde, hat Wondraschek gesagt. Was er sonst gesagt hat, ist einem entfallen, es war, glaubt man, auch nicht weiter wichtig, wie das meiste, was gesagt wird. Am Morgen also, wenn er Schuß gefallen ist (er fällt meist gegen sechs), muss man, um nicht zu verbluten, den "inneren Schweinehund" überwinden. Vorm Bett liegen Hose, Hemd und Schuhe, die hochsommerliche, die Klimawandelkollektion, aber gestern abend hat man schon mitbekommen, dass es kühler wurde und feucht. Man zieht sich also an, man zieht sich falsch an, man wird frieren, aber das wird man feiern nach den Backofentemperaturen. Der innere Schweinehund wird in kaum einer Sprache so wortmächtig bekämpft, wie im Deutschen. To get offf one's ass, se faire violence, vincere la pigrizia, vencer la pereza, de innerlijke weerstand overwinne, poborot len, alles schön und gut, aber doch schwach gegen den Schweinehund. Omoi koshi o ageru, den schweren Hintern heben, sagt er Japaner, und dann ist man auch schon vor der Tür und atmet tief. Auf der Gröninger Straße kreist man schon mit den Armen, am Arnold Risse Weg macht man die ersten Rumpfbeugen, während der innere Schweinehund kleinlaut jault und sich mit Wedeln einschleimt. Die Anhöhe zur Beifuss Allee nimmt man mit altersgerechtem Dauerlauf, an der Bank oben registriert man eine leere Heineken Dose, man stemmt 20 Liegestütze gegen die Rückenlehne und das alles nur, um nicht nachdenken zu müssen. Nachdenken ist einer der schlimmsten Fehler, die man machen kann. Besser, man geht auf einen Rave, auf ein Schützenfest, man verreist und findet alles wunderbar, aber Nachdenken, nein, das möge der innere Schweinehund verhüten. Später wird man Pazifik Exil von Michael Lentz zuende lesen und hoffen, dass "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer bald kommt, unterwegs ist es schon. Und noch eh man zuende geschrieben hat, stößt einem die Eitelkeit wieder auf. Für ein Buch eines kleineren unabhängigen Verlages ist die Entwicklung nicht schlecht. Eine literarisch ernstzunehmende Besprechung bei Red Bug und mehrere sehr positive Leserbewertungen. Was weiterhin fehlt, ist der entscheidende Sprung in ein überregionales Feuilleton. Aber immerhin, Sonntag wird man im Kulturgut Nottbeck lesen.


Di 18.08.26 bewölkt, Regen

Bei flüchtiger Durchsicht meiner Notizen hat es am 15.06. zum letzten Mal leicht geregnet. Der 18.08. ist der erste Regentag seither, wenngleich es zwischendurch mal kurze Schauer gab. Und noch etwas: die Brustkorbprellung ist kaum noch spürbar. Vielleicht hat es mit meiner morgendlichen Gymnastikeinheit zu tun, wer weiß.


Mi 19.08.26 7:54 bewölkt Regen

Die Birke wird bunt. Die Gräben am Wall führen wieder ein wenig Wasser. Der Hund mit dem eisernen Maulkorb und Herrchen kommen einem entgegen. Herrchen grüßt. Der Hund wedelt. Man hat keine Freunde, bestenfalls hat man Bekannte. Man will flüchten. Man will das alles nicht mehr. Man hat keine Ahnung, was zu tun wäre. Die Freude, die man machen wollte, ist ins Gegenteil umgeschlagen. Man raucht nicht mehr, man kifft nicht mehr, man wartet darauf, dass der Krieg los geht.


Do 20.08.26 11:25 wechselnd bewölkt, 20 Grad, bisschen schwül

Man war mit den Beinen schon aus dem Bett und die Füße suchten die am Boden liegende Hose, als die innere Stimme schlaf noch ein bisschen sagte und man man erleichtert in die Embrionalstellung zurückkehrte. Eineinhalb Stunden später war man soweit. Lustloser als sonst, aber auch stolz, denn man hatte der Gewohnheit die Stirn geboten und bewiesen, dass man noch Herr im Hause ist. Am Berg kurz vorm Beifuß begegnete einem ein freundlicher Therapiehund, der fasziniert zugeschaut hatte, wie man den Rumpf beugte, mit den Armen kreiste, und dabei stöhnte, als müsse man sterben. Daheim bereitete man das Frühstück vor und beschloss, in die Bauernschaft Natrup zu fahren, um Zwetschgen zu ernten. 11 Kilo sind zusammengekommen, da wird die Frau Kuchen draus machen und Mus, selbst wird man sich hinlegen und lesen. Daniel Glattauer Gut gegen Nordwind.


Fr 21.08.26 9:43 sieht nach Regen aus, 18 Grad

Man hat das eine Weile gemacht, nun denkt man darüber nach, es nicht mehr zu tun. Vielleicht, denkt man, verlässt man zum 1. September das Indefinitpronomen Man. Das Man ist insofern interessant, , weil es grammatikalisch wie die 3. Person Singular behandelt wird, man ist müde", nicht "man bin müde". Man wüsste das nicht, gäbe es nicht Nachschlagwerke. Man will zum Monatsanfang alao das "Du" in die Prosa stricken. Egal was, egal wie, Du wirst es getan haben, du wirst es erleben, so wie du heute früh dachtest, wunderbar. diese frische Luft, wie du dachtest, lass langsam angehen, alter Mann, du ´lebst, du bist noch nicht tot, obwohl du genau weisst, wo der Hase läuft und dich jeden Tag fragst, warum das Schweigen über den wirklichen Zustand der Menschen so allumfassend ist. Liebert vergnügt man sich auf hübsche, billige Art und Weise, lieber verschließt man die Augen und hofft, dass man irgendwie durchkommt. Aber du wirst nicht "irgendwie" durchkommen. Du wirst dich positionieren müssen. Du wirst sagen müssen, bis hierher und nicht weiter. Also sag es. Tu dir den Gefallen, sag, bis hierher und nicht weiter. Es kann sein, dass man dich auslacht. Es kann sein, dass du in den Augen der anderen ein erfolgloser Nichtsnutz bleibst, mach dir nichts draus, du weißt es besser. Ja, so oder so ähnlich soll der September klingen. Man wird den September aus Sicht der 2 Person Singular beschreiben und ist schon gespannt, wie das ausgeht, denn das Rätsel der 1. Person kannst du nicht lösen. Die erste Person bleibt im Nebel. Die erste Person ist für Diktatoren reserviert. Für Großkotze. Für amerikanische Präsidenten. Für Faschisten. Also, nimm all deinen Mut zusammen. Du kannst das. Du kannst sagen, dass man dagegen bist. Man war schon immer dagegen. Wogegen? Dagegen.


Sa 22.08.26 10:47 wechselnd bewölkt 16 Grad

Morgen wird man lesen. Man hat ein bisschen Angst. Aber die Freude überwiegt. Wovor soll man Angst haben, denkt man, man hat über 600 Lesungen auf dem Buckel, die meisten für Kinder. Vor der Grauwacke, sagt Rühmkorf. Man nickt. Wo er recht hat, hat er recht.


Mo 24.08.26 12:29 wechselnd bewölkt

Man hat eine Stunde gelesen. Die Veranstaltung war ausverkauft. Man musste sogar Karten nachdrucken Man hatte vorher den Steinway Flügel des Hauses ausprobiert und anschließend Kuchen gegessen.
Die ganze Zeit hat man an die Frau gedacht, die am frühen Morgen wegen akkuter Luftnot mit dem Notarzt zum UKM gefahren worden war. Es geht ihr wieder besser, aber der Auslöser ist noch immer nicht eindeutig ausgemacht .Man strand also da, las aus einem Roman, in dem es um Liebe, das Leben über fünf Lebensjahrzehnte, um Krankheit und Tod ging und dachte an die Angst der Frau, und wie sie am frühen Morgen, es war kaum nach sechs, in den Rettungswagen gehoben wurde, schon das dritte oder vierte Mal dieses Jahr. Man hat Nerven. Man rettet sich, indem man weint, sonst würden die Nerven überspannen. Nach der Lesung, es war später Nachmittag, beruhigte man sich mit Tangotanzen im Schlosspark, dann besuchte man die Frau auf der Intensivstation. Die Maschinen da machen einem Angst. Heute ist man müde, kein Wunder. Heute will man nur sitzen und denken, den fallenden Birkenblättern zuschauen, die Elstern beobachten, die es trotz ihrer Größe ins Vogelhaus schaffen, mehr will man nicht.

22:45

Dem Mond flüstern, Wasser abschlagen, den Tag hinter sich lassen, sich wundern. Du wirst es schaffen, hatte man am Morgen gerufen, während ich vorm Flurspiegel stand und mich fragte, warum du schon wieder fort bist, man braucht dich, weißt du das nicht. Niemand kann Genaueres sagen. Man ahnt das grundlegend Falsche und macht weiter.


Di 25.08.26 7:49 sonnig

Man war schon auf dem Berg. Man hat schon auf einem Bein gestanden und sich zum Himmel gestreckt, man ist zum Beifuß gejoggt, hoch oben in dünner Luft hat man mit den Handflächen den Boden berührt, hat ein wenig gepustet, aber bemerkt, dass diese tägliche, knapp halbstündige Bewegung dem alten Mann gut tut. Er atmet nicht mehr so schwer wie zu Anfang, und wenn er seine mittlerweile 20 Liegestütze gegen die Rückenlehne der Bank macht, fühlt er sich mit ein Held. Er hat da oben zu Anfang mal aufgeräumt, eine Plastiktüte voll Müll war zusammengekommen, und dann, ein paar Tage später oder vielleicht auch eine Woche, lag eine Heiniken Dose da und wieder Tage später eine Green Red Bull Dose. Vorgestern dann waren beide Dosen fort, so dass der Mann annehmen muss, dass och andere Mensch Interesse daran haben, dass es dort oben aufgeräumt bleibt. Die Frau mit dem Pudelmischling war auch unterwegs. Gegen zwanzig vor sieben kommt die Sonne hoch, um die Bäume zu illuminieren. Das ist ein so klares LIcht, da möchte man jubeln. Mit jedem Tag etabliert sich wie von selbst ein Repertoire verschiedenster Bewegungen. Für die allgemeine Statik ist das Kreisen um die vertikale Achse sehr angenehm. Dann kommt der Rodelberg, da gibt man ein bisschen Gas und wenn man oben ist, kommt der Kaffeedurst. In zehn Minuten ist man zuhause. Es paar Tage noch, dann jährt sich der Umzug hierher. Dreizehn Grad. Sonnig. Der Mann macht nun noch ein Nickerchen.


Mi 26.08.26 7:57 bewölkt 17 Grad

man hadert
mit der endlichkeit
man wechselt seine unterhose
man geht
und kauft sich heiterkeit
und eine tüte lose
wie immer keine nieten
wie immer trostgewinn
man lässt sich alles bieten
der punch zielt auf das kinn
man sagt sich gut
das lebensende naht
man hat nichts zu verlieren
und wenn es kommt wie's kommt
dann hat man den salat
und sollte sich nicht zieren


Do 27.08.26 9:19 sonnig 19 Grad

Man kramte eine 2 Euro Münze aus seinem Portemonaie, entschied, dass Zahl ja und Wappen nein bedeuten würde, schnippte sie hoch, fing sie auf und klatschte sie in seine rechte Handfläche. Zahl. So einfach kann Schicksal sein, dachte man, zog sich an, verabschiedete sich von der Frau und verließ mit der Katze das Haus. Kaum hinter der Autobahnbrücke überfiel einen heftige Unlust. Man war kurz davor, umzukehren, fuhr aber doch weiter, denn der Abend war schön, der volle Mond hing über der Stadt, das Rad lief wie geschmiert. Ja. Tanzen. Man wollte Salsa tanzen. Knapp 25 Minuten später betrat man den Hot Jazz Club. Man schaute sich um. Ein junge Frau kam auf einen zu. Kennst du mich noch? rief sie. Wir haben doch immer zusammen getanzt. Man war sich nicht sicher, sagte aber, nach ein paar Takten mit ihr würde man sich bestimmt erinnern. So war es. Man erinnerte sich sogar an ihren Namen. Das letzte Mal mit Helena lag ein, zwei Jahre zurück, aber eine Tänzerin, die mit jeder Bewegung den Beat feiert und damit das Leben, vergisst man nicht. Mit so einer tanzt man gern. Und man wird ganz närreisch, wenn man denkt, dass sie über vierzig Jahre jünger ist, als man selbst. Mit so einer kommt man schnell außer Atem, aber das ist nicht schlimm. Zwei Stunden später fuhr man heim. Die Münze hatte gut entschieden.
Geteilter Beitrag


Sa 29.08.26 15:19 windig, 23 Grad

Wenn man vor einer Maschine sitzt, weil man schreiben will, ohne zu wissen, was und wovon, sitzt man besser bequem. Legt die Hand auf das Keyboard, während die Finger auf neuronale Impulse warten. Sie liegen auf ASDF und JKLÖ. Von dort können alle anderen Buchstaben bedient werden. Man hat das gelernt, als man jung war. Das müssen turbulente Zeiten gewesen sein, noch bei den Eltern. Uninteressiert an deren Leben belog man sie von früh bis spät. Wie hätte man seine großer Neugier auf die Welt, seine erdrückende Scham wegen der Vergangenheit und die tief sitzende Wut auf Alles erklären können? Sechzig Jahre später lebt man noch immer hier. Es ist ein schönes Land. Man hat eine Menge anderer Länder gesehen, dieses gefällt einem am Besten. Hier unterstützen knapp 30% aller Bürger eine Partei, die sofortige Besserung verspricht. Sie schwört auf ökonomisch abenteuerliche und menschenverachtende Methoden. Sie leugnet Geschichte und Tatsachen mit oft religiöser Inbrunst. Eine Märchenpartei. Was sagst du dazu, fragt man, denn in drei Tagen soll es vorbei sein mit dem Indefinitpronomen. Ich weiß zu wenig, sagt man, falls man ein Ich vorweisen könnte. Diese Alternative für Deutschland scheint eine Bauernfängerpartei, ein Amalgam aus enttäuschten Bürgern, unverschämten Geschichtsleugnern, gewaltbereiten Kriegern und Menschen mit wenig Bildung. In ihnen kocht Wut, die man selbst gut kennt. Solche Menschen rücken eng zusammen, damit sie sich wertiger fühlen. Man muss vorsichtig sein. In solchen Zirkeln wächst Gewaltbereitschaft. Die muss man fürchten. Die muss man mit der Anwendung herrschender Gesetze zu verhindern suchen. Wir sind eine parlamentarische Demokratie. Wir haben ein Grundgesetz. Wir haben Gerichte, die unabhängig entscheiden. Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, die das alles nicht glauben, aber ist es nicht schöner, auf eine Demokratie zu trinken, als das Pissoir mit einem AfD Mann zu teilen. Hetero. Weiß. Deutsch. Das will man nicht. Man erträgt lieber die Ungereimtheiten der demokratischen Welt. Ungereimtheiten sind nicht zu vermeiden. Die reine Lehre hingegen ist immer zu fürchten. Also fürchten sie sich. Tun Sie alles, dass diese Leute zur Verantwortung gezogen werden. In dem Sie dagegen sind. Sagen Sie, ich bin dagegen. Du auch? Er. Sie. Es. Wir Ihr Sie.


17:21

Wenn man vor einer Maschine sitzt, weil man schreiben will, ohne zu wissen, was und wovon, sitzt man besser bequem. Legt die Hand auf das Keyboard, während die Finger auf neuronale Impulse warten. Sie liegen auf ASDF und JKLÖ. Von dort können alle anderen Buchstaben bedient werden. Man hat das gelernt, als man jung war. Das müssen turbulente Zeiten gewesen sein, noch bei den Eltern. Uninteressiert an deren Leben belog man sie von früh bis spät. Wie hätte man seine großer Neugier auf die Welt, die erdrückende Scham wegen der Vergangenheit und die tief sitzende Wut auf Alles erklären können? Sechzig Jahre später lebt man noch immer hier. Man hat eine Menge anderer Länder gesehen, dieses gefällt einem am Besten. Was sagst du, fragt man. Ich weiß zu wenig, sagt man. Fall man ein Ich vorweisen könnte, schiene einem diese Alternative für Deutschland eine Bauernfängerpartei, ein Amalgam aus enttäuschten Bürgern, unverschämten Geschichtsleugnern, gewaltbereiten Kriegern und Menschen mit wenig Bildung. In ihnen kocht Wut, die man selbst gut kennt. Solche Menschen rücken eng zusammen, damit sie sich wertiger fühlen. Man muss vorsichtig sein. In solchen Zirkeln wächst Gewaltbereitschaft. Die muss man mit der Anwendung herrschender Gesetze zu verhindern suchen. Wir sind eine parlamentarische Demokratie. Wir haben ein Grundgesetz. Wir haben Gerichte, die unabhängig entscheiden. Ich kann verstehen, dass es Menschen gibt, die das alles nicht glauben, aber ist es nicht schöner, auf eine Demokratie zu trinken, als das Pissoir mit einem AfD Mann zu teilen. Hetero. Weiß. Deutsch. Da erträgt man lieber die Ungereimtheiten der Demokratie. Ungereimtheiten sind normal. Die reine Lehre ist das nicht und immer zu fürchten. Tun Sie alles, diese Leute aufzuhalten. Sagen Sie, ich bin dagegen.

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Wenn man vor einer Maschine sitzt, weil man schreiben will, ohne zu wissen, was und wovon, sitzt man besser bequem. Legt die Hand auf das Keyboard, während die Finger auf neuronale Impulse warten. Sie liegen auf ASDF und JKLÖ. Von dort können alle anderen Buchstaben bedient werden. Man hat das gelernt, als man jung war. Das müssen turbulente Zeiten gewesen sein, noch bei den Eltern. Uninteressiert an deren Leben belog man sie von früh bis spät. Wie hätte man seine großer Neugier auf die Welt, die erdrückende Scham wegen der Vergangenheit und die tief sitzende Wut auf Alles erklären können? Sechzig Jahre später lebt man noch immer hier. Man hat eine Menge anderer Länder gesehen, dieses gefällt einem am Besten. Fall man ein Ich vorweisen könnte, schiene einem die Alternative für Deutschland eine Partei Enttäuschter, unverschämter Geschichtsleugner und gewaltbereiten Testosterons . Ob das Hirn hat, muss jeder selbnst wissen. Sicher ist: in ihnen kocht Wut, die man selbst gut kennt. Man rückt eng zusammen. In solchen Zirkeln wächst Gewaltbereitschaft. Die muss man zu verhindern suchen. Wir sind eine parlamentarische Demokratie. Wir haben ein Grundgesetz. Wir haben Gerichte, die unabhängig entscheiden. Man versteht, dass es Menschen gibt, die das alles nicht glauben, aber es ist einem wohler, auf die Demokratie zu trinken, als das Pissoir mit einem AfD Mann zu teilen. Hetero. Weiß. Deutsch. Da erträgt man lieber die Ungereimtheiten der Demokratie. Ungereimtheit ist normal. Die reine Lehre nicht.


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Wenn man vor einer Maschine sitzt, weil man schreiben will, ohne zu wissen, was und wovon, sitzt man besser bequem. Legt die Hand auf das Keyboard, während die Finger auf neuronale Impulse warten. Sie liegen auf ASDF und JKLÖ. Von dort können alle anderen Buchstaben bedient werden. Man hat das gelernt, als man jung war. Das müssen turbulente Zeiten gewesen sein, noch bei den Eltern. Uninteressiert an deren Leben belog man sie von früh bis spät. Wie hätte man seine großer Neugier auf die Welt, die erdrückende Scham wegen der Vergangenheit und die tief sitzende Wut auf Alles erklären können? Sechzig Jahre später lebt man noch immer hier. Man hat eine Menge anderer Länder gesehen, dieses gefällt einem am Besten. Fall man ein Ich vorweisen könnte, schiene einem die Alternative für Deutschland eine Partei Enttäuschter, unverschämter Geschichtsleugner und gewaltbereiten Testosterons . Ob das Hirn hat, muss jeder selbnst wissen. Sicher ist: in ihnen kocht Wut, die man selbst gut kennt. Man rückt eng zusammen. In solchen Zirkeln wächst Gewaltbereitschaft. Die muss man zu verhindern suchen. Man lebt in einer parlamentarischen Demokratie. Man hat ein Grundgesetz und Gerichte, die unabhängig entscheiden. Man versteht, dass es Menschen gibt, die das alles nicht glauben, aber es ist einem wohler, auf die Demokratie zu trinken, als das Pissoir mit einem AfD Mann zu teilen. Hetero. Weiß. Deutsch. Da erträgt man lieber die Ungereimtheiten der Demokratie. Ungereimtheit ist normal. Reine Lehre nicht.


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Wenn man vor einer Maschine sitzt, weil man schreiben will, ohne zu wissen, was und wovon, sitzt man besser bequem. Legt die Hand auf das Keyboard, während die Finger auf neuronale Impulse warten. Sie liegen auf ASDF und JKLÖ. Von dort können alle anderen Buchstaben erreicht werden. Man hat das gelernt. Das müssen turbulente Zeiten gewesen sein, noch bei den Eltern. Uninteressiert an deren Leben belog man sie von früh bis spät. Wie hätte man seine großer Neugier auf die Welt, die erdrückende Scham wegen der Vergangenheit und die tief sitzende Wut auf Alles erklären können? Man lebt immer noch. Man hat eine Menge anderer Länder gesehen, dieses gefällt einem am Besten. Fall man ein Ich vorweisen könnte, schiene einem die Alternative für Deutschland heißt: Enttäuscht sein. Sich ungerecht behandelt fühlen. Schuldige suchen. Geschichte leugnen. Gewaltbereitschaft und Testosteron. In ihnen kocht Wut, die man selbst gut kennt. Man lebt in einer parlamentarischen Demokratie. Man hat ein Grundgesetz und Gerichte, die unabhängig entscheiden. Man versteht, dass es Menschen gibt, die das alles nicht glauben, aber es ist einem wohler, auf die Demokratie zu trinken, als das Pissoir mit einem AfD Mann zu teilen. AfD marschiert. Hetero. Weiß. Deutsch rufen sie. Wir kiegen euch alle. Da erträgt man lieber die Ungereimtheiten der Demokratie. Ungereimtheit ist normal. Reine Lehre nicht.


So 30.08.26 11:48 windig, feucht

Wenn man vor einer Maschine sitzt, weil man schreiben will, ohne zu wissen, was, sitzt man besser bequem. Legt die Hand auf das Keyboard, während die Finger auf neuronale Impulse warten. Sie liegen auf ASDF und JKLÖ. Von dort können alle anderen Buchstaben erreicht werden. Man hat das gelernt. Das müssen turbulente Zeiten gewesen sein, noch bei den Eltern. Uninteressiert an deren Leben belog man sie von früh bis spät. Wie hätte man seine großer Neugier auf die Welt, die erdrückende Scham wegen der Vergangenheit und die tief sitzende Wut auf Alles erklären können? Man lebt immer noch. Man hat eine Menge anderer Länder gesehen, dieses gefällt einem am Besten. 30% der Bürger wählen zwar rechts, aber da sind ja noch die anderen 70%. Falls man ein Ich vorweisen könnte, würde man sagen, diese 30% sind enttäuscht, fühlen sich ungerecht behandelt, suchen Schuldige, leugnen die Realität und die Geschichte, viele sind gewaltbereit, und voller Testosteron. In ihnen kocht eine Wut, die man selbst gut kennt. Man lebt in einer parlamentarischen Demokratie. Man hat ein Grundgesetz und Gerichte, die unabhängig entscheiden. Man versteht, dass es Menschen gibt, die das alles nicht glauben, aber es ist einem wohler, auf die Demokratie zu trinken, als das Pissoir mit einem AfD Mann zu teilen. Die AfD marschiert. Sie skandiert. Hetero! Weiß!. Deutsch! rufen die jungen, tätowierten Arier. Wir kiegen euch alle! Da erträgt man lieber die Ungereimtheiten der Demokratie. Ungereimtheit ist normal. Reine Lehre nicht.

12:28

Wenn man vor einer Maschine sitzt, weil man schreiben will, ohne zu wissen, was, sitzt man besser bequem. Legt die Hand auf das Keyboard, während die Finger auf neuronale Impulse warten. Sie liegen auf ASDF und JKLÖ. Von dort können alle anderen Buchstaben erreicht werden. Man hat das gelernt. Das müssen turbulente Zeiten gewesen sein, noch bei den Eltern. Uninteressiert an deren Leben belog man sie von früh bis spät. Wie hätte man seine große Neugier auf die Welt, die erdrückende Scham wegen der Vergangenheit und die tief sitzende Wut auf Alles erklären können? Man lebt noch. Man hat eine Menge anderer Länder gesehen, dieses gefällt einem am Besten. 30% der Bürger wählen rechts, bleiben 70%. auf die muss man bauen. Falls man ein Ich vorweisen könnte, würde man sagen, viele Menschen sind enttäuscht, fühlen sich ungerecht behandelt, suchen Schuldige, leugnen die Realität und die Geschichte. Viele sind gewaltbereit. In vielen kocht eine Wut, die man selbst gut kennt. Aber man zieht andere Schlüsse. Man lebt in einer parlamentarischen Demokratie. Man hat ein Grundgesetz und Gerichte, die unabhängig entscheiden. Man versteht, dass es Menschen gibt, die das alles nicht glauben, aber es ist einem wohler, auf die Demokratie zu trinken, als das Pissoir mit Männern zu teilen, der für die AfD marschieren. Die skandieren. Hetero! Weiß!. Deutsch! rufen .tätowierte Arier. Wir kiegen euch. Alle! Da erträgt man lieber die Ungereimtheiten der Demokratie. Ungereimtheit ist normal. Reine Lehre nicht.



12:29

Der Text in seiner siebten Version.. Jetzt lass ich dich Finger davon. Aber ich wollte mal dokumentieren, wie mühsam Text manchmal ist.


Mo 31.08.26 14:50 Regen, Gewitter

Man ist müde. Man ist erschöpft. Was hat man denn? Nichts. Man ist nur müde.