Juni 2007                                        www.hermann-mensing.de      

mensing literatur
 

Bücher von Hermann Mensing bei: Amazon.de  

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Fr 1.06.07   9:28

Das Klirren des Löffels beim Umrühren des Kaffees ist lauter als Straßenverkehr. Der eigene Atem verrät, dass jemand da ist. Ich gehe in den Keller. Schritte und Atem gehn mit. Die Waschmaschine schleudert. Ich warte. Die Waschmaschine stoppt. Ich entleere sie und fülle Kochwäsche nach. Ich steige auf den Dachboden. Der Atem ist kürzer jetzt. Das Herz schlägt bis zum Hals. Ich hänge Wäsche auf.

Es wird Zeit, dass ich mit der Arbeit beginne.

Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?
20. Szene, oder? Ich glaube ja.
Eine Auftragsarbeit.

Man ist nicht zimperlich in der Landeshauptstadt.
Man macht alles mit Stil und Geld.

Schicke Programmhefte werden angekündigt, ein schwarzer Musiker und eine Musikerin sollen den jungen Tänzern und Schauspielern helfen, ein klassisches Musikstück rhythmisch aufzubrechen.
Dabei ist mein Text noch nicht einmal fertig.
Ich habe gesagt, dass man die Inszenierung bitte nicht überfrachten solle.

Und jetzt hacke ich schon wieder Sätze raus und weiß nicht mal für wen.
Von allen Besuchern dieser Webseite (im Mai 3145) bleiben 85,4 Prozent maximal 30 Sekunden. Die restlichen 14,6% (ca. 300) bleiben zwischen 2 Minuten und einer Stunde.

Für die?
Ich meine, dreihundert sind nicht schlecht, oder.

Moin also.

Es ist etwas düster heute früh, der Morgenblues muss bekämpft werden, Kaffee allein tut es nicht, da hilft wirklich nur Arbeit. Stummes Raushauen von Sätzen, korrigiert werden kann später, also... (nur noch etwa 204 Tage bis Weihnachten)

 

Sa 2.06.07   16:00

Traf heute früh zwei Großcousinen. Beide erinnerten sich an mich als das Hermännchen in einem blauen, akkuraten Bleyle Anzug. Ich sei 6 gewesen und sie hätten auf mich aufpassen sollen. Die eine war 10 und die andere 12.

Heute abend essen wir gemeinsam. Ich hoffe, ich werde mehr solcher Geschichten hören. Das künstlerische Talent übrigens, da waren die zwei sich sofort einig, müsse ich vom großen Hermann geerbt haben, meinem Vater, dem ich überhaupt sehr ähnlich sähe.

 

So 3.06.07   11:49

Der Autonome haut wieder zu und der bemitleidenswerte Polizist wünscht sie weit weit fort. Er ahnt, dass er die Eskalation der Demonstrationen um den G8 Gipfel auch der Umsicht unserer Politiker zu verdanken hat, die das Feld für gewaltsame Auseinandersetzungen bereitet haben, indem sie über Wochen Einschränkungen der Demonstrationsfreiheit und des WIE und WO rechtfertigten, die Notwendigkeit dieses monströsen Zaunes hervorhoben und den Ausnahmezustand ausriefen.

Wie wäre es denn mit einem Flugzeugträger, liebe Staatslenker, da würdet ihr das Volk gar nicht erst zu Gesicht bekommen und wenn ihr nicht vernünftig wäret, könnten wir euch versenken.

Meine Großcousinen, die eine wird Ite genannt, die andere Billa, die dritte, die gestern nicht dabei war, Kli, was von Klitzeklein kommt, sind mir seltsam nah, obwohl ich sie fünfzig Jahre nicht gesehen habe. Vor allem Billa, die ihrer Oma sehr ähnlich sieht, ein in meinen Erinnerungen als Tante Clara herumspukendes Traumbild. Wir hatten einen netten Abend, mir schwirrt der Kopf vor lauter Geschichten, mal sehn, ob ich sie in den nächsten Tagen die ein oder andere zusammen bringe.

16:31

Die Großcousinen sind Cousinen mütterlicherseits, das merkt man. Sie kommen aus einer gutbürgerlichen Familie, der Opa war Prokurist, der Vater erfolgreich selbständig. Sie haben dieses leicht abgehobene, das man nur hat, wenn man aus einer besseren Familie kommt. Wie meine Mutter, die, als sie ihre letzten Lebensjahre im Altersheim verbrachte, Prinzessin genannt wurde.

Dass sie meinen Vater genommen hat, ist deshalb um so erstaunlicher. Er muss sie sehr beeindruckt haben, andernsfalls hätte sie sich wohl mit einem verächtlichen Phhhh abgewandt, wie sie das bei einem früheren Bewerber um ihre Hand, einem Mann namens Kuh, getan hat.

Jedenfalls ist das eine der Geschichten, die die Cousinen erzählten.
Nein, habe sie gesagt, Kuh wolle sie nicht heißen. Angeblich ein Friseur, dieser Herr Kuh.

Ich könnte tausend Jahre leben, nie gelänge es mir, zu diesem Gute Bürger Hintergrund aufzuschließen, denn Stallgeruch ist Stallgeruch, den wird man nicht los. So ist das einzige, was mir (und damals auch meinem Vater) blieb, den besseren Schichten klar zu machen, dass man auf sie und ihre Dünkel scheißt.

Eine Geschichte vom Mann der Großcousine Ite, ein 1956 aus der DDR emigirierter, nun pensionierter Bibliothekar. Der erzählt, dass, als kurz vorm Zusammenbruch des Faschismus die Russen kamen, alle Bekannten seiner Eltern und natürlich auch seine Eltern ihr Hab und Gut, unter anderem Uhren, irgendwo vergruben, weil bekannt war, dass Russen gern Armbanduhren stahlen.

Wenn dann doch einer kam und Uri Uri sagte, antwortete man: Nix Uri, Kollege schon Zappzarapp.

 

Mo 4.06.07   8:46

So, Montag, die Sonne scheint, alle Unterlagen liegen im Umkreis bereit und warten darauf, ausgewertet zu werden. Ein paar Szenen noch, ein paar Höhe- oder Tiefpunkte, dann sollte das Gerüst für den schwarzen Mann stehen.

Vorher aber noch ein bisschen Familienklatsch von den Großcousinen, die, als sie mal auf mich aufpassten und einen Witz erzählen wollten, von meiner Schwester angehalten wurden, darauf zu achten, dass ich ihn nicht hörte.

Eine Tünnes und Schäl Witz.
Witze über diese beiden hört man heute kaum noch, sie sind aus der Mode.
Es geht um Tünnes, den bei einem Spaziergang übern örtlichen Friedhof ein menschliches Bedürfnis ankam, worauf er sich in ein schon ausgeschaufeltes Grab hockte und ihm nachgab. Dort wurde er von der Trauergemeinde überrascht. Als der Pastor in seiner Trauerrede fragte, Toter, was wünschest du, rief Tünnes aus der Tiefe des ausgehobenen Grabes natürlich Papier.

Große Freude bei Kindern damals, klar, ich erinnere mich.

Gestern hatte Klaus, der Mann meiner Großcousine Ite, Geburtstag. Er ist zehn Jahre älter als ich und freute sich, im Kreis hedonistischer Linker feiern zu können, jedenfalls schätzte er uns so ein. Wir aßen bei einem Italiener. Billa hatte sich nachmittags ein wenig den Magen verdorben, sagte, sie würde liebend gern auf Kosten ihres Schwagers schlemmen, aber es täte ihr Leid, sie müsse sich mit einer Minestrone begnügen. Danach begann sie aus den papiernen Serviettenringen kleine Schiffchen zu falten.

Zu Ende des Abends stand eine Armada von zwölf fingerhutgroßen Schiffen vor ihr, die Hälfte mit Papierschnipseln beladen.

Billa und Ite erzählten von Hansepiep, dem Vogel der Oma Spar, von Hundi, dem Dackel, von Onkel Weynand, dem Erbschleicher, dem meine Mutter und ihre Schwestern es zu verdanken hätten, dass sie nichts geerbt hätten, von Onkel Hugo, dem Vater der Großcousinen, der kein Auto länger als zwei Jahre fuhr und gern Grundstücke kaufte, große Pläne schmiedete, dann auf das Missfallen seiner vier Frauen stieß (Ite, Geeske (die Klitzeklein genannt wird), Billa und seine eigene Frau), worauf er die Grundstücke meist wieder verkaufte.

Wir, der proletarische Flügel der Verwandtschaft, hörten interessiert zu, wie der bourgoise über sich und seine Marotten sprach.

Es war schön, dass diese Großcousinen so plötzlich aufgetaucht sind. Zu verdanken habe ich es meiner großen Schwester, die Ite in einem Fernsehbericht über ein pädagogisches Modell erkannte, sich den Namen merkte und sie anrief.

Sollte also mein nächster Roman Hansepiep und Klitzeklein heißen, wissen Sie, wieso.

Andiamo. An die Arbeit jetzt.

 

Di 5.06.07   11:21

Ortswechsel zur richtigen Zeit bringen Vorteile.
Heute sitze ich am Wohnzimmertisch, statt mir im Halbdunkel vorm Schreibtisch den Kopf darüber zu zerbrechen, wie ich mein Theaterstück zu einem guten Ende bringen könnte.

Gestern abend, ich lag auf dem Sofa und hatte mir die Decke übern Kopf gezogen, erhielt ich einen ersten Hinweis. Gerade beim Wäscheaufhängen (ich habe seit heute früh wechselweise Wäsche gewaschen und Korrektur gelesen) erhielt ich einen weiteren.

Während eine dicke junge Frau mit Tatoo auf dem rechten Oberarm einen Kinderwagen dorfeinwärts schiebt, unsere Katze in der geöffneten Balkontür sitzt und sich putzt und der jüngste Sohn die Ausschweifungen des dreitägigen Rock am Ring Festivals ausschläft, gehe ich in die letzte Phase.

Das 29. Bild will geschrieben werden, bei dem Gedanken wird mir ein wenig schwindlig, aber ich glaube, heute abend bin ich fertig.

Nicht schlecht, denn morgen heißt es, in einer Grundschule den Hermann machen.

12:44

Könnte mich hinlegen und ein Mittagsschläfchen halten, denn im Kopf ist alles schon fertig, im Rechner allerdings warten nur erste finale Sätze, aber das macht nichts. Erste Sätze sind gut. Sie stehen manchmal tagelang rum, sind aber wie Anker. Wenn man sie an Bord zieht, nimmt das Schiff sofort wieder Fahrt auf.

 

Mi 6.06.07   8:10

Duschen, salben, noch einen Kaffee und los. 56 Kinder warten darauf, dass ich für sie, von der WGM und der MZ gespendet, den Hermann mache. Das tue ich gern. Fragen Sie mich aber nicht, welchen Hermann. Das weiß ich noch nicht. Das entscheide ich immer vor Ort.

23:11

Als ich acht war oder zehn, kann auch sein zwölf, hörten die großen Jungs I'm just a lonely boy, lonely and blue, I am so lonely, with nothing to do. Das stimmte. Auch für mich. Es stimmt immer noch und wird bis zu Ende stimmen. Das Merkwürdige ist, dass ich nicht die geringste Ahnung habe, ob und wie das zu ändern wäre. Ich glaube, ändern geht nicht, das ist einfach so.

So it goes, sagt mein alter Freund Kurt Vonngegut Jr., der vor gar nicht langer Zeit starb.

Der Tag war anstrengend. Die Temperaturen setzen mir zu. Bei solchen Temperaturen sollte in jedem Fall Meer in der Nähe sein. Gegenüber am Besten. Ich würde die Häuserreihe wegsprengen und dann wäre da Strand, das ginge.

Die Lesung hat mich nicht hingerissen, ich war wenig besser als befriedigend, aber da man mich sowieso nicht als Schriftsteller engagiert hat sondern als Pausenclown, ist das nicht aufgefallen.

Habe die Kapazität meines Arbeitsspeichers heute auf 256 MBRAm verdoppelt und siehe, die Maschine läuft schneller.

Gute Nacht jetzt.
Muse M. schläft schon seit eineinhalb Stunden den Powerschlaf, die ist vernünftig, die erwartet nicht jeden Tag Großes.

 

Fr 8.06.07   7:27

Das Wetter ist wie im Süden.
Da ich kein Südländer bin, vermisse ich Regen.

Vertrödelte den Feiertag im Freibad Sudmühle, ein Bad im Nordosten der Stadt. Es liegt an der Werse, einem trägen Flüsschen. Die Liegewiesen sind weitläufig, der Baumbestand ist uralt, Akazien, Buchen, Eschen, Platanen, Kiefern ( lag unter einer im Schatten und habe dennoch einen leichten Sonnenbrand heute), es ist ein ganz und gar wundervolles Freibad und ab sofort mein Lieblingsbad.

Während ich also so lag und halb schlief, raunten um mich die Menschen. Ein vielschichtiges Geräusch ist das, manchmal überlagert von Verständlichem, dann wieder nur ein allgemeines Flattern und Schweben von Silben, die niemand zuordnen kann.

Wenn ich nicht halb schlief, betrachtete ich die verschiedenen Stadien der Zellulite, bewertete Bäuche, Brüste, Ärsche und Bauchbehaarung, sah einen stattlichen, mittelalterlichen Mann mit Silberbrust, eine alte Frau kleidete sich im Schatten der Bäume um, ihre Brüste schaukelten wie Gurken am Strauch, Speckbrettspieler stöhnten und verfluchten die Wahrheit, ein Vater spielte mit seinem Jüngsten und ich hoffte, der Jüngste würde, während er auf Papas Bauch saß, Pipi machen, aber das war dann auch schon genug der Anstrengung, mein Kopf sank zurück und fiel wieder in Halbschlaf.

Mit dabei, Muse M., mit der ich im Anschluss in der Schönen Aussicht einen Stachelbeerschmandkuchen aß.

Natürlich bin ich auch geschwommen.
Zweimal. Jeweils ca. zweieinhalb Minuten.
Es war herrlich, aber zu anstrengend.


Ich sagte ja, dieses Wetter ist nichts für mich.
Ständig hat man das Gefühl, gleich käme ein Gewitter, aber es kommt nicht.

9:52

I declare the Theaterstück done.
Maybe noch what Veränderungen, but vorerst not.
Some Wäsch wasch now and maybe some Bügeling.

12:54

Bei einem im Rahmenprogramm des G8 Gipfels veranstalteten Schnellbootrennen lag das Boot Greenpeace G8 lange knapp vor dem Boot der Polizei, bis dieses dann doch gewann. Allerdings, so wurde später von Greenpeace-Seite bemängelt, habe es unerlaubte Wettbewerbsverzerrungen gegeben, da das Polizeiboot von der schwedischen Küstenwache ausgeliehen war.

13:03

Dass Großereignisse wie der G8 Gipfel die heimische Wirtschaft beflügeln (Catering, Zaunindustrie, Tränengasindustrie, Bundesbahn, Petrochemische Industrie etc.) wissen wir, dass Sie innovativ wirken, ist neu, wenn auch nicht ganz neu, denn unsere Verbündeten jenseits des Atlantiks haben es vorgemacht: die Käfighaltung von Gefangenen.

Dort hält man sie über Nacht und hofft, dass sie Eier legen. Wegen des großen Andrangs müssen sich die Gefangenen aber häufig Zellen teilen, sodass die 2,5 Quadratmeter pro Delinquent oft auf weniger schrumpfen. Das drückt natürlich die Legebereitschaft erheblich, falls es sie nicht ganz verhindert.

Im Übrigen verweise ich noch einmal auf Erich Kästners Diagnose der Konferenz.

15:49

Allerdings bin ich grundsätzlich für solche Treffen. Am Besten jeden Monat eines. Das ist ja das Schöne an demokratischen Verhältnissen: es geht zwar nur langsam voran, aber dafür wird seltener geschossen.

 

Sa 9.06.07   7:35

Zur Erinnerung an Michael Hamburger (1924-2007), den ich sehr schätze.

8:52

Huuuu, ich glaube, meine Bios Batterie hat den Geist aufgegeben.
Wenn ich den Rechner hochfahre, meldet er sich mit Error 161/163 und weiß nicht mehr, welchen Tag und welche Zeit wir haben.
Macht nichts. Lasse ich eine neue einbauen.

Wollte aber jetzt erst mal ein wenig Kunst sehen lassen, Kunst eines Argentiniers, der Leon Ferrari heißt und auf der Biennale in Venedig ausstellt. Wahrscheinlich muss man Katholik sein, um auf so etwas zu kommen.

 

So 10.06.07   10:23

Ein Morgen für Kiemenatmer. Das Beste wird sein, ich bewege mich nicht und warte, bis der Kopf aufklart, die Sonne die Feuchtigkeit verdunstet. Ich mache es wie meine Katze, die drei Schritte geht, sich legt, und auf der Stelle zu ruhen beginnt. Ja. Ich bin meine Katze, ich bin meine Sorgen los, es interessiert mich nicht mehr, was ich bin oder vorgebe zu sein, ich liege einfach herum und der Tag verstreicht.

16:16

Keine Besserungl.

19:11

Aus Südost kriecht ein Gewitter heran. Hoffen wir, dass es die Luft ein wenig auffrischt und sich nicht, wie so oft, links oder rechts davonstiehlt. Herr M. hat den Tag ohne Bewegung verbracht, hat Zeitung gelesen und wird jetzt, nachdem er die letzten vierzehn Tage mit Truman Capotes Roman Kaltblütig verbracht hat, einen weiteren Roman dieses Autors lesen, der sehr zu empfehlen ist.

 

Mo 11.06.07   9:25

Großcousine Billa besitzt eine große Zahl Bären. Stoffbären natürlich. Wieviele es sind, war ihren Erzählungen nicht zu entnehmen, wohl aber, dass es Bären für jede Gelegenheit sind. Bären fürs Bett, Bären fürs Sofa, Bären für die Küche, überall scheinen Bären zu sein, mit denen sie spricht. Die Bären antworten auch, sie diskutiert mit ihnen die Dinge des Alltags.

Wenn sie das Haus verlässt, nimmt sie Bären mit, die in ihre verschieden großen Taschen passen. Mittelgroße bis klitzekleine, je nachdem, wohin sie geht, ob es nur ein Einkauf ist oder eine Reise, immer begleitet sie der passende Bär. Und auch diese Reisebären verstehen, wovon Billa spricht.

Ob es Hierarchien gibt, Lieblingsbären und Bären, die ihre Zuneigung verwirkt haben, weiß ich nicht, aber die Erfahrung des Alltags spräche dafür. Was dann mit solchen Bären geschieht, weiß ich auch nicht. Man könnte sie wegwerfen, zur Strafe in einen dunklen Schrank stopfen oder unter ein Sofa schieben, sodass sie zwar hören, was um sie herum geschieht, aber nicht antworten können. Aber wie gesagt, darüber habe ich mit meiner Großcousine nicht sprechen können, die Zeit war zu kurz, aber ich habe mir vorgenommen, das nachzuholen.

Montag. Diesig.
Man sollte alles langsam tun.

Bin um 7:15 aufgestanden, habe bis 8:50 gebügelt, dann Kaffee getrunken und gefrühstückt.
Gleich werde ich in die Stadt fahren, um meinen Rechner mit einer neuen Bios-Batterie zu versorgen.
Vielleicht fahre ich mit dem Rad.

17:38

Es ist wie gestern. Es droht von allen Seiten, aber ob es auch wird, was es verspricht, ist eher zweifelhaft. Unangehmes Wetter, das sich im Körper einnistet wie Opium. Man sitzt, man kann nicht denken, man kann sich nicht bewegen, und wenn man es trotzdem tut, weil man muss, laugt es den Körper aus.

Viel trinken also.
Alle Körperfunktionen herunterfahren, wie das Fakire angeblich können, Tiere sowieso, die ihren Herzschlag in Ruhezeiten auf ein absolutes Minimum takten.

Donner rollt.
Ein paar Tropfen Regen fallen.
Der Herr möge Westfälisches Wetter machen.

20:36

Die Steuerberaterin sagt, man Hermann, da hast du aber gut verdient, letztes Jahr, und ich sage, ja, aber dieses Jahr, dieses wird schlecht, und sie, das sagst du immer, und ich, ja, sage ich, aber dieses Mal stimmts. Das sagst du auch jedes Mal, sagt sie und ich hoffe, dass sie recht hat.

 

Di 12.06.07   7:31

Bedrohte Wörter, heute: das Kleinod

Das Kleinod
lag auf einem Schrank,
lag dort schon hundert Jahre lang,
bis jemand plötzlich schwer entzückt
rief, schaut, ein Kleinod und entrückt
es vorsichtig in seine Hände nahm
von wo es flink in seine Tasche kam.

Seitdem hat's niemand mehr gesehn,
und bald wird niemand mehr verstehn,
was eigentlich ein Kleindod ist,
weil's nirgendwo zu sehen ist.

12:54

Las heute vor exklusivem Kreis. Acht Schüler hatten sich qualifiziert.

Nicht schlecht, sollte man meinen, aber fürs Lesen sind mir größere Gruppen lieber, da hat der Einzelne mehr Raum sich zu verstecken, das macht die Situation für den Lesenden offener. Las Tilli, Geige und die Birkenbande, eine bis jetzt unveröffentlichte Arbeit. Der Zeitungsschreiber muss sich nun selbst etwas aus den Fingern saugen, denn als Dreizeiler (mein Angebot für Journalisten auf meiner Webseite) gibt es diese Arbeit noch nicht. Nach fünf Minuten war der Journalist weg, nächster Termin. Morgen wird man lesen, dass sie an meinen Lippen hingen, wie großartig es gewesen wäre, oder ähnlichen Quatsch.

Club Guy & Roni, das Tanztheater, das wir am Samstagabend sahen, hat eine neue Webseite. Schauen Sie selbst. Noch besser, gehen Sie hin, wenn die Compagnie in ihrer Stadt auftauchen sollte.

17:19

Das Telefon schellte, ich meldete mich, eine weibliche Stimme sagte, sie sei vom Verlag ..., ich dachte, jetzt ist es soweit, endlich, wie lange habe ich darauf gewartet, dreißig Jahre, ja, mindestens, aber leider hatte sich die Dame verwählt, sie verlangte Katja Mensing. Ich strafte die Anruferin per Ferntötung.

 

Mi 13.06.07   8:51

In meiner Kehle wohnt ein Tier,
das frisst die klugen Worte auf
die ich mir beigebogen habe für einen lieben langen Tag.
Was soll ich sagen, wenn da keine Worte sind.
Manchmal wüsst ich gern, wer ich wirklich bin. (Alfred Döblin)

11:59

Haute auf die Pauke gestern, und als es gerade anfing, Spaß zu machen, wollte schon der nächste Trommler ans Set, also fuhr ich nach Hause. Und da warte ich nun, dass mir etwas einfällt. Vielleicht sollte ich besser nicht warten. Vielleicht sollte ich abhauen. Abhauen war schon immer meine Lieblingsstrategie.

Bloß weg, damit ich spüren kann, wie schön es zu Hause ist.
Bloß weg, damit der Schmerz vergeht, den Söhne verursachen. Immer wieder singen sie die gleichen Lieder gegen Väter. Sinnlos das, aber gerecht, denn so erfährt man, wie sich der eigene Vater gefühlt haben muss, als man selber die Lieder sang, wenn auch mit anderem Text.

18:04

So sah sie aus, als sie zu uns kam. Wir diskutierten Namen, und da wir fanden, sie sei eine dicke Katze, setzte sich Mopsi durch. Das war vor drei Jahren im August. Wir gingen mit ihr zum Tierarzt, der untersuchte sie, der wog sie, und dann nahmen wir sie wieder mit. Seitdem lebt sie bei uns. Und alle sagen, das ist aber eine dicke Katze. Und wir sagen, stimmt, die war immer schon dick, aber heute erfuhren wir, dass unsere Katze in den drei Jahren, die sie bei uns lebt, ihr Gewicht verdoppelt hat.

Das hat uns schwer getroffen, denn schließlich haben wir schon immer Katzen gehabt und noch nie war eine zu dick, und wir hatten auch nie das Gefühl, sie fräße zuviel. Nun aber werden andere Seiten aufgezogen. Ab sofort gibt es nur noch Trockenfutter und das wird in der Wohnung verstreut, damit sie sich bewegt. Wir machen das jetzt wie im Zoo. Sollten Sie also demnächst bei uns vorbei schauen, wundern Sie sich nicht, wenn überall Katzenfutter liegt.

 

Do 14.06.07   9:29

Was ist das denn? Sieht nach Kunst aus.

 

Stimmt aber nicht.
Ist ein Ehrenmal. Eine Halle der Mahnung.
Inschrift: Den Toten unserer Bundeswehr - Für Frieden, Recht und Freiheit.

Hmmm, könnten Sie denken, ich kenn' da auch eines, gegenüber der Marienkapelle. Ein schweres Granitkreuz. Zum Gedenken, steht drauf, und NIE WIEDER. Und dann kenn ich noch eines, auf dem bin ich immer herum geklettert als ich ein Junge war, eines für den ersten Weltkrieg.

Komisch.

Erst finden Kriege statt, dann weiß keiner mehr, wieso sie stattgefunden haben und allen tut es leid, dann bauen sie Ehrenmale.

Für den ersten Weltkrieg,
für den zweiten Weltkrieg, für den dritten Weltkrieg, etc....

Jetzt fangen sie schon vorher damit an, welche zu bauen.
Für Frieden, Recht und Freiheit klingt natürlich immer gut, will ja jeder gern, klar, nur, Sie werden kaum einen finden, der wüsste, wieso gerade am Hindukush.

Ich bin ein vertrottelter Hippie, der seinen Frieden auf dem Balkon sucht, wo er Wein trinkt und THC raucht, der, wenn schon alle im Bett sind, auf seiner Ukulele plunkert, bis sich die Schleimbeutel seiner rechten Schulter entzünden, so einer bin ich, aber Sie werden mir verzeihen, dass ich das alles nicht mehr begreife, so wenig, wie ich begriffen habe, wieso ich mich z.B. je habe hinreißen lassen können, an Speakers Corner eine Mao-Bibel zu kaufen oder Willy Brandts Rede vor dem Schloß in Gronau mit Zwischenrufen zu stören, die jeder Grundlage entbehrten.

So gut wie nichts habe ich begriffen, schleierhaft ist mir das alles geblieben und so wird es auch weiter sein, denn die Geschäfte, die da gemacht werden, sind nicht meine Geschäfte.

Meine Geschäfte sind still und bescheiden, meine Geschäfte triefen vor Eitelkeit und Geltungssucht, meine Geschäfte sind moralisch sauber und Kunst, und Kunst, das werden Sie wissen, Kunst ist ein bisschen Pop, ein bisschen Hitze, und soll die mit dem Hunger nach Bedeutung dürstenden neuen Reichen von dem abbringen, was sie Tag für Tag tun.

Die Sonne scheint.  
Alles ist geschrieben.
Neues ist nicht in Sicht.
Wir könnten abtreten.

Den Zenit des Lebens haben wir hinter uns, unsere Söhne sind auf dem Weg, wir sind quasi überflüssig, es sei denn, wir wollten neuen Sinn in die Welt setzen, sprich: uns auf unsere alten Tagen noch einmal fortpflanzen, aber das wollen wir nicht, wir sind ja nicht irgendein durchgeknallter Schauspieler, der meint, mit Achtzig noch Kinder in die Welt setzen zu müssen, oder?

Na ja.

Es könnte ein schöner Tag werden, wollen mal sehn.
Schließlich ist gerade mein Theaterstück fertig geworden und ich könnte versuchen, das zu genießen.
Aber ich weiß schon jetzt, dass es mir nicht gelingen wird. Dazu bin ich zu kompliziert.

 

Fr 15.06.07   8:58

Wenn Frau Scholz morgens das Haus mit angewinkelten Armen verlässt, um nordisch zu walken, sind die, die sich mit ihr auf den Weg machen, immer hinter ihr. Frau Scholz ist gern vornweg. Sie ist klein und hat ein Gesäß wie eine Bassdrum. Sie ist auch gut, also menschlich jetzt. Als Katholikin.

Frau M. hält sie für bigott.
Sie hält alle Katholiken für bigott.

Frau Scholz engagiert sich für die örtliche Pfarrbücherei.
Herr M. und Frau M. engagieren sich für gar nichts, außer für sich selbst.

Eines Tages fragte sie Herrn M. , ob er sich vorstellen könne, auf einem kleinen Fest der Bücherei zu lesen. Herr M. antwortete, er könne sich alles vorstellen, aber sicher wolle sie doch, dass er das umsonst tue, oder?

Nun ja, sagte Frau Scholz.
Siehst du, sagte Herr M.

Herr M. und die Bücherei hatten einmal einen kleinen Disput. Damals, als Herr M. Mein Prinz veröffentlichte, hatte sich die Bücherei geweigert, ein Plakat aufzuhängen, das auf seine Lesung aus diesem Buch im Ort hinwies. Wochen später hatte Herr M. einen Brief erhalten, in dem man sich im Namen des Bibliothekteams bei ihm entschuldigte.

Herr M. schlug vor, die Bücherei solle ein Fenster mit seinen Büchern gestalten, dann würde er lesen. Gut, sagte Frau Scholz, abgemacht.

Vorgestern kreuzten Herr und Frau M. den Kirchplatz. Das Fenster der Bücherei war nicht mit seinen Büchern dekoriert. Stattdessen befanden sich darin all die Bücher, aus denen beim Fest vorgelesen werden sollte.

Herr M. war erbost. Er fragte Frau M., ob er zicken solle, die Lesung wegen nicht eingehaltener Vereinbarungen absagen, aber Frau M. meinte, nein, tu das nicht, die meinen es doch nur gut.

Die fürchterlichste Dinge geschehen, wenn jemand es gut meint, deshalb werden wir sehen, was heute abend ist. Wahrrscheinlich ertrinkt das Fest im Regen. Wenn nicht, wird Herr M. aus Mein Prinz, und später aus Und ich schüttelte einen Liebling von Friederike Mayröcker lesen.

13:51

Habe einen Cocktail geschüttelt.
Eh ich aus Mein Prinz das Kapitel 17 lese, werde ich kurz zusammenfassen.
Später lese ich Seite 37-41 aus Friederike Mayröcker Und ich schüttelte einen Liebling.
Hört sich ein wenig zweideutig an, ist es aber, glaube ich, nicht. Wahrscheinlich bin ich das Schwein.

 

Sa 16.06.07   00:27

Also sagen wir mal so: nach 30 Jahren ist die Integration schließlich doch gelungen.
Herr M. (also ich jetzt) hat sie alle um den Finger gewickelt mit seiner Lesung, jetzt fressen sie ihm aus der Hand. Sogar Frau M. findet plötzlich Leute nett, von denen sie noch bis vor kurzem Pickel kriegte. So ist das eben mit der Integration, wenn's einmal klappt, gibt's kein Halten mehr. Humba huma tätäräää, kann ich da nur sagen. Give me your money, that's all I want.

12:07

I'm so cool I'm so cool Im so cool ... yeah
I'm so cool I'm so cool Im so cool ... yeah - yeah

Nicht was Sie denken, nur ein Zitat von Carbon Monoxide, zu finden auf:
Soviet Kitsch, einer großartigen CD von Regina Spektor. Sirerecords. reginaspektor.com
Kaufbefehl.

17:14

Soll bloß keiner glauben, ich wäre schon wieder fit.
Musste ja bis drei Uhr heute früh Luftgitarre spielen, vom Balkon pinkeln, noch wieder ein Lied hören und noch eines.

Angefangen hatte das mit Ideal (Blaue Augen).
Danach folgten: (natürlich) Regina Spektor (Fidelity, Better), Pendikel (Zitatmaschine, Falsche Freunde), Erdmöbel (Mein Herz bleibt dumm, Dreierbahn), Dziuk (Politik ist Privatsache) naja, und dann noch Soviet Kitsch.

Danach war ich fertig.

Ausschlafen wurde unterbunden, denn der Roxelaner liebt Hacken, Sägen, Saugen, Mähen etc.
Rief nichts aus dem Fenster, wie ich das sonst gern tue. Ging stattdessen ins Dorf, um Cola zu kaufen. Dann britisches Frühstück. Dann Ruhe auf dem Sofa bei geöffneter Tür. Dann Wäsche gewaschen.

Dann plötzlich: Frau M., voller Tatendrang.
Sie wolle nach Münster, sagte sie, sie würde das auch allein tun, aber mit mir sei das natürlich schöner.

Gut, gut, sagte ich, und so kam es, dass ich mit ihr den Flohmarkt auf der Promenade erreichte, aber schon nach fünfzig Metern am Erbsensuppenwagen hängen blieb und keine Lust mehr hatte. Wir verabredeten uns auf später im Gasolin, sie ging davon, ich staunte, wie die Erbsensuppe (nicht sonderlich lecker) Menschen unterschiedlichster Lebensentwürfe zusammen bringt. Das hätte ich nicht gedacht, dass sie so populär ist, diese einfache Suppe, die, wenn man sie richtig zubereitet (also wie Mutti), umwerfend schmecken kann.

Die Stadt ist voller Kunstliebhaber aus aller Welt.
Man erkennt sie sofort. Und man staunt, dass man sie sofort erkennt und fragt sich, ob die anderen einen selbst wohl auch erkennen, wenn man unterwegs ist und wofür sie einen halten.

Zwei kräftige Regenschauer durchnässten uns bis auf die Haut, danach Wolkenkino höchster Dramatik, wofür ich mich gern nassregnen lassen, denn so etwas Schönes und noch dazu ganz umsonst. Herrlich.

Ich höre schon wieder Regina Spektor, und ich schätze, das wird so weitergehen.

 

So 17.06.07   10:26

Ja, es stimmt. Nichts ist gelogen.

17:43

Skultur Projekte 07.

Erster Tag, d.h. gestern wurde eröffnet, gestern und vorgestern wurden fast 600 Journalisten in Bussen herumgefahren, damit sie sehen und schreiben konnten. Nachmittags fiel die Eröffnungsfeier, zumindest die, die von innen nach außen auf die Wiesen zwischen Unibibliothek und Juridicum übertragen wurde, gehörig ins Wasser. Triefnass waren alle, die nicht mehr rechtzeitig Unterschlupf fanden.

Heute aber spielte das Wetter gnädige Dame und das, was ich schon vor 10 Jahren so wundervoll fand, fand wieder statt: Menschen fluten die Stadt, Menschen aus aller Welt.

Frau M. und ich sitzen in der Nähe der Installation 26 von Guillaume Bijl: Archaelogical Site (A Sorry Installation) - was immer das heißen mag. A Sorry installation? Sorry, weil Bijl eine Idee seines Professoren-Vorgängers an der Kunstakademie, Tim Ullrichs, gekupfert hat? Oder sorry, weil dieser in einem Loch stehende Kirchturmspitze nicht ausgegraben, sondern eher eingegraben scheint, mit Wällen ringsum, von denen das Publikum hinunter schaut. Oder: weil alles an dieser Arbeit Fake ist und eher in einen Erlebnispark passt als in eine Skulpturenausstellung?

Wir haben einen Blick darauf geworfen, das reicht, danach sitzen wir im Schatten einer Birke und schauen den Schauenden zu. Eine ältere Dame liest das Schild, das etwa 50 Meter zu Anfang des Weges zur Installation steht. Darauf steht Intallation: etc. pp.

Sie sagt: Installation, das könnten auch Rohre sein.

Eine jüngere Frau, die von der Site zurück kommt, trifft auf dem Weg ihren Mann, der noch hingehen will und sagt: Kannst du dir sparen, die haben gerade Messe.

Engländer, Amerikaner, Japaner, Franzosen. Digitalkameras. Männer und Frauen mit auffallenden Brillen. Kulturschwarz. Als gäbe es nichts Langweiligers. Eine Frau mit Schuhen, die ihr Verletzungsrisiko auf ein Tausendfaches steigern.

Wir fahren fort und kommen zur Skulptur 31: Bruce Naumann. Square Depression (Quadratische Senkung), die hinterm Kernphysikalischen Institut in die Erde gegraben ist, eine Art Pyramide verkehrt. Tiefster Punkt: 2,30 Meter, so dass der, der dort steht, die ihn umgebende Welt nicht mehr wahrnähme, reckte sie sich nicht in die Höhe und stünde in der Entfernung. Aber natürlich sitzen überall am Rande Menschen und fragen sich, was das alles zu bedeuten hat.

Weißer Beton. Sofort erinnere ich mich an die philosophische Plattform, die vor zehn Jahren hinterm Schloss stand und von Beginn der Skulptur Projekte 1997 zum Lieblingstreffpunkt der Promenierenden wurde.

So etwas könnte Bruce Naumann auch passieren.

Früher war hier ein Rasen, und da es sich um einen Rasen an einer kaum befahrenen Straße handelte, saßen auf diesem Rasen die Kaninchen in Gruppen und lebten ihr stilles Stadtkaninchenleben. Nun ist stattdessen die Pyramide da. Busse kommen, spucken Menschen aus, Taxen ebenso, Menschen auf Mietfahrrädern, die Stadt hat angerichtet und alle profitieren davon.

Was allerdings Kunst ist und was nicht, wie und ob man Kunst überhaupt fassen kann, weiß ich auch nicht. Ich nehme an, jeder wird das für sich entscheiden.

 

Mo 18.06.07   8:02

Geschlafen habe ich kaum. Oder besser neudeutsch: gefühlte Schlafzeit: NULL. Wieso? Keine Ahnung. Immerhin funktioniert die Internetverbindung wieder. Seit Samstagabend hatte ich zwar Verbindung zum Router, aber von dort zum Server ging nichts.

Wieso? Auch keine Ahnung.

Als das W-Lan gestern abend (ich hatte die Konfigurationen des Rechners mit der Hilfe eines Freundes von Max noch ein paarmal erfolglos gecheckt und mich schon fast damit abgefunden, ihn erst heute wieder hochzufahren) plötzlich auch noch signalisierte, es empfange keine IP-Adresse, dachte ich, jetzt haben wir es total verbockt.

Ich fuhr den Rechner herunter, zog den W-Lan Stick aus dem unteren Schacht und schob ihn in den oberen wieder hinein, weil ich dachte, schaden kann's nicht, früher war er immer im oberen, erst, seit ich beim Lap-Store war, um die RAM-Erweiterung durchzuführen, ist er im unteren, fuhr den Rechner wieder hoch und siehe, alles funktionierte.

Wieso? Keine Ahnung, aber ich meine, da oben auf der ISS haben sie auch keine Ahung.

Gleich lese ich in einer Grundschule in einem feinen Viertel. Meine Erfahrungen mit Schulen in feinen Vierteln sind nicht sehr - äh - sagen wir, befriedigend. Hochnäsige Säcke quasi Hilfsausdruck, aber ich werde ja sehen.

Hallo hier kommt der Gruselmann,
bei dem man sich so gruseln kann,
der Gri- der Gra- der Gruselmann
300 - und er tritt gern an.

Sie sehen, Herr M. ist guter Laune, er betrachtet die Welt mit einer gewissen Distanz, was nie verkehrt sein kann angesichts all der Katastrophen. Er wünscht ihnen eine schöne Woche und schalten Sie ein, wenn es wieder heißt: FICKT EUCH DOCH SELBST IHR BESCHEUERTEN ARSCHLÖCHER.

11:27

Wieso Herr M. hin und wieder so ausfallend wird, wissen wir nicht, es wird wohl an seiner Sozialisation liegen, an diesem Nichtvorhandensein von Stabilität, an dieser ständig anwesenden, latenten Gewaltbereitschaft, kein Wunder, nach diesem Krieg und dem Verschweigen danach.

Aber egal.

Herr M. hat es überlebt, er hat versucht, das Beste daraus zu machen, und so ist er Schriftsteller geworden. Einer, der (wie vor gerade mal einer halben Stunde) aus hundert Kindern innerhalb von Sekunden die verwöhnten Bürgersöhnchen, die an Echolalie leidenden oder am Zappelsyndrom oder an allem oder daran, dass sie jetzt schon denken, sie wären etwas Besseres, erkennt und bei passender Gelegenheit (komm doch mal nach vorn, erzähl doch mal) vor die Wand laufen lässt.

Das bereitet ihm große Freude.
Diese kleinen Widerlinge werden dann plötzlich hochrot, und wissen nicht mehr, was sie tun sollen.

So etwas nennt man die Rache des kleinen Mannes.

Verschärft kam hinzu, dass die Klasse, in der Herr M. las, ein Projekt mit älteren Menschen durchgeführt hatte. Man hatte zusammen gemalt, Jung und Alt, wobei ältere Menschen in diesem Kontext klingt wie Migrationshintergrund, aber das nur nebenbei, und als Dank hatten die MZ und die WGM diese Lesung gespendet.

Da saßen sie nun, die älteren Menschen, vorwiegend weiß-grauhaarige Damen, ein älterer Herr (Echolalie, leider), und amüsierten sie prächtig, während Herr M. im Schweiße seines Angesichtes Kindern Besserverdienender das Gruseln lehrte.

Kein Zweifel, nach den letzten Lesungen war diese einer seiner besten seit langem.
Nun ist die Lesesaison erst einmal vorüber, und die Götter wissen, was im Herbst geschieht.

16:09

Er steht vor einem Tapeziertisch. Er ist Mitte fünfzig. In der rechten, hochgehaltenen Hand zeigt er einen roten Reisepass. Romania, Romania! ruft er. Die Männer hinterm Tapeziertisch sind selbst Rumänen. Roma vielleicht. Sie verkaufen, was sie bei Sperrmüllterminen abgreifen. Da sind unzählige Männer mit Mofas und selbst gebautem Anhänger unterwegs. Der Mann schlägt sich mit der flachen Hand vor die Stirn. Er beginnt zu jammern. Er weint. Seine Frontzähne sind vergoldet. Das Gold blitzt. Die Männer hinterm Tapeziertisch fallen auf so etwas nicht herein. Ich auch nicht. Aber ich staune. Die Bettelkultur der Roma ist mit allen dramaturgischen Finessen gespickt. Sowas traut sich hier keiner.

 

Di 19.06.07   00:13

Neues zur Skulptur Projekte Münster immer hier....

10:18

Als ich gestern morgen auf dem Küchenschrank ein abgerissenes Kalenderblatt fand, fiel mir ein, dass ich den Geburtstag meines Vaters vergessen hatte, den 16. Juni. Sorry, Vati. Heute träumte ich, ich hätte meinen Vater und meine Mutter vom Flughafen abholen müssen, war aber zu spät, sah sie von weitem mit einem Gepäckwagen um eine Ecke kommen, wartend, herumschauend, beide jugendlich gekleidet, auffällig farbige Mäntel, vielleicht gelb, möglich auch orange, beide in besten Jahren, meine Mutter gut aussehend.

16:42

Wunderschönes Sommerwetter.
Habe eine Hortensie gekauft und ins Beet vor unserem Balkon gesetzt.

 

Mi 20.06.07   12:35

Neues zur Skulptur Projekte Münster immer hier....

14:43

Die Stubenfliege wird von vielen als Belästigung empfunden. Aber, das weiß jeder gutgläubige Buddhist, man sollte sie nicht erschlagen, vielleicht ist sie ja die reinkarnierte Oma. Ich glaube solche Dinge nicht, sollten sie dennoch wahr sein, erschlage ich täglich mehrere Omas, Opas und wer sich sonst noch auf meinen Unterarmen, auf meiner Kaffeetasse, auf Sofalehnen oder Butterbroten herumtreiben mag.

Letztens traf ich einen Opa so schwungvoll, dass sein Unterleib quasi als Fliegenmatsch auf meinem Handrücken klebte, während, und das ist das Erstaunliche, während der Rest versuchte, davon zu kommen. Fliegen konnte er nicht mehr, aber ich hatte den Eindruck, er glaubte, er könne es.

Wie machen die das, diese Fliegen.
Ist das das Wunder der Reinkarnation?
Ich weiß es nicht.

15:58

Mein Führer und der Leasing-Vertrag...(Gerhard Polt spricht)

 

 

Do 21.06.07   16:40

Die Welt ist gut. Schauen Sie selbst ....

19:27

Plötzlich und für uns alle unerwartet verstarb gestern zwischen Mitternacht und früher Morgenstunde der von uns allen geliebte Klimawandel. Wir werden ihn schmerzlich vermissen, begrüßen aber den westfälischen Sommer dennoch mit großer Freude.

Wurde zweimal bis auf die Haut nass.
Das erste Mal bei der Rückkehr von den Skulpturen, das zweite Mal beim Einkauf.
Ich hatte kein Zimt mehr, und süße Pfannkuchen ohne Zimtzucker schmecken nicht.

19:53

M. grüßt still flötend.
Daher der geschürzte Mund.
Schluss für heute.


Fr 22.06.07   9:28

Ich kenne jemanden, der jeden Abend betet, er möge nicht wieder aufwachen. Gestern hat er's mir erzählt. Ich war nicht erschüttert. Ich konnte ihn gut verstehen. Er ist kein Pessimist. Im Gegenteil: er ist lebensfroh. Aber er hat Multiple Sklerose. Und der Verfall ist augenfällig.

Kunst hier.

17:26

Meine Chancen als Schriftsteller aus Sicht der Verlage:

Unsere Bücher erscheinen ausschließlich in festgelegten Reihen - zum Beispiel ..., ... oder .... Deshalb sind wir, was Form und Inhalt angeht, sehr stark an bestimmte Vorgaben gebunden. Inhaltlich und gestalterisch werden unsere Buchreihen in der Regel hier im Haus konzipiert, wobei wir uns streng an den Anforderungen des Buchmarktes orientieren. Die Einzelbände werden dann in Zusammenarbeit mit den Autoren und Illustratoren entwickelt.

Ich hoffe Sie nicht allzu sehr zu enttäuschen, wenn ich Ihnen mitteile, dass wir für Ihr Manuskript keinen Programmplatz haben.

Nein. Gar nicht. Wieso denn?

 

Sa 23.06.07   00:19

Hilft nix,

muß diesmal eben die Nato in Polen einmarschieren und die Brüder unter Arrest stellen.
Danach darf das Volk entscheiden. Wollen Sie nun oder wollen sie nicht? Wenn nicht: Geld zurück.

10:30

Höre gerade, dass es einen Kompromiss gibt.
Ich hätte keinen gemacht. Nicht mit diesen Zwillingen. Ich hätte sie rausgeschmissen.
Aber da sieht man eben wieder, dass Politik Politik ist und mit Menschenverstand wenig zu tun hat.
Unverschämte kleine dicke Abzocker, diese Brüder.
Sollen mir nicht über den Weg laufen, dann ziehe ich die Quadratwurzel aus ihnen.

10:37

Meine Statistiken sagen, dass meine Begegnungen mit der Skulptur-Projekte-Münster 07 gern gelesen werden. Das freut micht.

 

So 24.06.07   10:55

Als gestern beim Nachbarn plötzlich ein Partyzelt aufgebaut wurde, als König Hugo beseelt die Straße kreuzte und fröhlich rief, heute nacht würde es laut, wussten wir, was die Stunde geschlagen hatte.

Norbert war Schützenkönig geworden. Seine Frau Königin.

Man würde bis drei, vier Uhr im Festzelt um die Wette saufen, dann würde das Offizierskorps und wer sonst noch stehen konnte, zum Haus des Königs marschieren (wanken, sich schleppen), um dort bis in die frühen Morgenstunden weiter zu trinken.

Das würde laut, warnte König Hugo, der es wissen muss, schließlich war er selbst einmal König und immer an vorderster Schützenfront im Einsatz. Berüchtigt: seine schlüpfrigen Altmännerwitze von jungen Frauen ohne Unterhöschen.

Norberts Nachbar, Badewannenjupp witterte seine Chance.
All die Jahre hat er mit dem Makel der Nichtbeachtung gelebt, hat vor lauter Verzweiflung drei oder vier Mietshäuser in seinen Besitz gebracht, dennoch: zu Nachbarschaftsfesten hatte man ihn nie eingeladen.

Jetzt, wo der Nachbar König geworden war, konnten sie ihn nicht übergehen.

Kaum hatte sich die Nachricht verbreitet, war Jupp auch schon unterwegs, um sich und seine Hilfe anzudienen. Heute früh so gegen zwei, ich saß noch auf dem Balkon um den Abend ausklingen zu lassen, den wir mit Freunden verbracht hatten, sah ich Jupp mit seinem Mercedes herankommen, ich sah wie er ausstieg, ich sah, dass hinter den Schlafzimmerfensterjalousien in Jupps Haus das Licht anging (prächtiger Tratsch, oder), Jupps Frau also, ich sah, dass Jupp nach nebenan ging, um nachzuschauen, ob die After-Show-Party beim König schon begonnen hatte, dann schlich er ein wenig enttäuscht davon und verschwand im Haus. Gleich darauf ging besagtes Licht aus.

Und ich ging ins Bett. Beim Brötchenholen hörte ich, dass noch um fünf Radau gewesen wäre, laute Musik, Gespräche, Lachen, etc. Habe ich alles nicht gehört. Habe geschlafen wie ein Murmeltier. Werde heute aber darauf achten, ob Badewannenjupps Integration erfolgreich war oder nicht.

Ich wette, sie werden ihn weiter meiden.

19:44

Schönster Verleser seit langem: Katholische Klinken Kirche.
Muss heißen: Katholische Kliniken Kirche.

 

Mo 25.06.07   9:11

Badewannen Jupp. Die ganze Wahrheit. Hier...

 

Di 26.06.07   20:26

Erster Workshoptag in Sim City.
Ein bisschen zäh, die Kinder ein bisschen jung, eine Literaturwerkstatt also nicht der absolute Brenner, aber es funktioniert, wir haben schon etwas vorzuweisen.
Hier.

 

Mi 27.06.07   7:59

Spielte Take Five, Billys Bounce und Blue Bossa. Über den 5er gelang mir ein Solo, das Ben veranlasste, mich zu fragen, ob ich mich am Original orientiert hätte oder ob das intuitiv gewesen sei. Letzteres, sagte ich, denn orientieren kann ich mich ja gar nicht, habe ja nie nichts studiert, muss ja, wie jeder Autodidakt, alles selbst erobern, dann aber richtig.

Zwei Japaner fragten, ob tatsächlich jeder hier spielen könne? Ich bejahte. Sie staunten sehr und machten diese für Asiaten typischen Laute. Und wie alt ich denn wäre? Sagte 58, da war es ganz mit ihnen vorbei. Hatten vielleicht gleich auf ihre Väter geschlossen.

Naja. Als ich mich dann von ihnen verabschiedete und bedauernd sagte, ich sei zwar schon einmal in Japan gewesen, könne mich aber nicht mehr an Auf Wiedersehen auf Japanisch erinnern, froren ihre Gesichter kurz ein und sie sagten, sie kämen aus Korea.

Nun ja, sagte ich, wir Europäer können euch Schlitzaugen eh nicht auseinanderhalten, und zwischen Korea und Japan ist es ja nur ein kleines Stück. Sagte nur den letzten Teil des Satzes, der erste wurde gedacht und non-verbal kommuniziert, weshalb natürlich die Kommunikation zwischen Menscher so unterschiedlicher Herkunft immer ein einziger Krampf ist, denn jeder weiß ja, was der andere nicht sagt.

So, gleich geht es in die zweite Runde nach Sim City.

17:23

Heute war kein guter Tag für Ampeln. Die meisten waren rot.

Außerdem habe ich versucht, S., ein Mädchen meines ersten Kurses, kopfüber in eine große Siebziger-Jahre-Vase zu stecken. Sie hatte sich die ganze Zeit mit J. gestritten, und ich hatte sie gewarnt. Als ich schließlich begann, sie einzufangen, war alles ein großer Spaß. Auch als ich sie gefangen hatte, war es das noch. Aber als ich sie kopfüber zur Vase hinabsenkte, wobei sie mit dem Kopf leicht an den Vasenrand stieß, brach sofort großes Geschrei aus und schweres Beleidigtsein setzte ein.

Alle redeten ihr gut zu, aber sie brauchte eine halbe Stunde, eh alles wieder gut war.

Erzählte das gleich dem Leiter des Projektes, um vorzubeugen, dass sie mich wegen Kindesmissbrauchs oder ähnlichen Wahnsinns, für das Mütter Späße wie diesen heutzutage gern halten, vor den Kadi zerren. Glücklicherweise habe ich sieben Zeugen, die für mich sprechen könnten.

20:07

Abendlicher Blick / Ameland / Burenstraat /

 

Do 28.06.07   14:53

Vor Ort, Sim City, Spielstadt.

Herr M. müht sich, seinen jungen Schreibwerkstatt-Lehrlingen Sätze aus der Nase zu ziehen, aber drei von vieren sind nicht hier, weil sie schreiben wollen, sondern weil ihnen nichts anderes einfiel. Heute kam dann noch eine zickige, zierliche Blonde mit rasiermesserscharfem Mund. Neun Jahre alt, im Beauty-Salon die Lider blau geschminkt, die Lippen gerötet, tippe auf Polen, katholisch, frech wie Rotz und noch weniger an Nichts interessiert als die anderen.

Eine Stunde noch, dann ist die Werkstatt Vergangenheit und ich verschwinde.

19:17

Man muss wissen, dass die zweite Gruppe, die, die ich gestern Mittag zum ersten Mal sah, zu Anfang sehr sehr reserviert war. Mir blieb nichts, als mir den Arsch aufzureißen. Gegen 15:00 Uhr hatte ich sie, entsprechend optimistisch war ich heute früh.

Ich hatte gehofft, das Aufknacken würde sich über die Nacht retten, aber das war nicht so.
Heute waren sie noch reservierter als gestern.

Schön die Zusammenarbeit mit J., die szenisches Lesen macht.
Die hatte sich schon gestern auf meinen Vorschlag unseren Text aus dem Netz geladen und lud uns heute nachmittag zu einer kleinen Premiere.

Ihre Gruppe schien motiviert, morgen wird sie unseren Text aufführen.

Von Zusammenarbeit anderer Dozenten weiß ich nichts.
Bisschen schade und bisschen an den Intentionen der ganzen Sache vorbei.

Noch etwas:

Sie wissen, dass ich bei Nottinghill mit Julia Roberts und Hugh Grant (vor allem bei dieser einen Szene) gern weine. Seit vorgestern weine ich auch bei Herbert Grönemeyer. Ich mochte ihn immer, hatte mir aber noch nie eine Platte von ihm gekauft. Das habe ich jetzt getan (ZWÖLF). Seitdem weine ich.

Zum Beispiel darüber.
Lied 4, Marlene:

Dann ist die Zeit Sekunden still,
und wird das Herz dann wieder schwer,
und spürt der Atem sie nicht mehr,
dann kommt sie schnell zu ihm.

20:17

Auch schön, aber nicht zum Weinen.
Lied 12, Liebe liegt nicht:

Liebe ist ein wirres Gemisch
Glück ein ultraleichtes Gas
und die beiden kennen sich.

 

Fr 29.06.07   18:23

Große Präsentation in Sim City.
Alle Eltern waren da, ihren Kleinen zuzujubeln.
Verbimmelte 14 Bücher.
Saß ansonsten und schaute.

Eltern und Kinder sind ein eigentümliches Ensemble.
Man möchte eigentlich gar nicht wissen, was da an Neurosen herangezüchtet wird.
Aber: der Sinn des Lebens ist das Leben, und dann wird das wohl auch dazu gehören.

Ganz besonders widerlich: der Catwalk der 9-12jährigen. Wie die sich aufbritzeln und Posen posen, das ist schon erstaunlich, da wundert's mich nicht, dass dieser 17jährige deutsche Junge in Antalya auf eine 13jährige Britin reingefallen ist, die ihn anschließend auch noch verpfeift, diese eingebildete Zicke.

Schönen Abend.
Schalten Sie wieder ein, wenn es heißt: Herr M. liebt Euch. Oder nicht.

 

Sa 30.06.07   10:15

Gerade errreichte mich ein Scheck der VG Wort.
Schön, dass es sie gibt.

Wollte aber über etwas anderes sprechen.
Wollten Sie auffordern, sich einmal vorzustellen, Sie wären gerade Prime Minister geworden und hätten außer einer großen Klappe und mehrerer Jahre Intrigenschmieden so recht noch nichts vorzuweisen. Käme Ihnen da ein vereitelter Terroranschlag, dem man allen und niemand in die Schuhe schieben könnte, nicht wie gerufen?

12:23

Erinnern Sie sich noch an die Aufregung, als vor einiger Zeit (im letzten Jahr???) Anschlagspläne gegen britische Flughäfen aufgedeckt wurden, man Männer mit langen Bärten und vornehmlich pakistanischer Herkunft verhaftete und ganze Stadtviertel abriegelte?

Und? Haben Sie danach je wieder von der Sache gehört?
Ja? - Gut.
Ich erinnere mich jedenfalls nicht.

Allerdings glaube ich auch nicht an Verschwörungen.
Er kam mir nur so seltsam passend vor, dieser Merecedes mit Nägeln drin und Benzin und Gas, als hätte ihn jemand da hingestellt, der einen Erfolg braucht.

Nun ja, er sabbert so rum, der alte Mensing.
Wahrscheinlich ist ihm das alles zu kompliziert.

17:56

Wussten Sie eigentlich, dass Herr M. heute vor zwanzig Jahren geheiratet hat? Ich auch nicht. Ich erfuhr es beim Frühstück. Glücklicherweise stehen Herr und Frau M. weit über solchen Dingen. Schließlich ist der 1. Mai ihr Termin. Der 1. Mai vor 34 Jahren.

 

 

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